Freitag, 25. Juni 2010

Was ist denn bloß mit Helen los? (1971)

Regisseur Curtis Harrington widmete sich mit seinem Psycho-Thriller WAS IST DENN BLOSS MIT HELEN LOS? (What's the Matter With Helen?) dem bereits auslaufenden Genre des Alte-Damen-Kinos, das durch Aldrichs "Baby Jane" ins Leben gerufen wurde.

Wir schreiben 1934. Die Freundinnen Shelley Winters und Debbie Reynolds verlassen in diesem Schocker ihr Kleinstadtkaff, nachdem ihre Söhne gemeinsam einen Mord begangen haben und verurteilt wurden, weshalb unsere Heldinnen von anonymen Telefonanrufern und anderem Gesocks gemobbt werden. Sie ziehen nach Hollywood, wo Reynolds (die ja als Musical-Star der 50er Erfahrung hat) ein Tanzstudio für Kinder eröffnet. Während sich die lebenslustige Reynolds in ihrem neuen Umfeld gut zurecht findet und einen charmanten Millionär (Dennis Weaver) kennen lernt, dreht die introvertierte Winters immer mehr durch und entwickelt einen religiösen Schuldkomplex. Es hilft auch nicht, dass sie zwischenzeitlich Visionen von ihrem Gatten hat, der von einer landwirtschaftlichen Maschine zerhackstückt wurde (raten Sie mal, wer am Steuer saß...). Bald schon brennen alle Sicherungen bei ihr durch, und es gibt die ersten Toten...

Trotz des geringen Budgets gelingt es Harrington bewundernswert, die Atmosphäre der 30er zu kreieren, und insbesondere Debbie Reynolds, für die das Genre des Psycho-Thrillers Neuland war, überzeugt mit einer fabelhaften Leistung. In einer Nebenrolle ist Agnes Moorehead als religiöse Heilsbringerin zu sehen, die schamlos (natürlich) den Gläubigen das Geld aus der Tasche zieht. Die Spannung lässt gelegentlich nach, um die Romanze zwischen Reynolds und Weaver zu schildern, doch das makabere Finale, in welchem Winters zuerst ihre Kaninchen und dann einen unheimlichen Mann von der Versicherung um die Ecke bringt, bevor sie sich mit der Schere auf Reynolds stürzt, ist haarsträubend genug inszeniert und endet mit einer sehr bitteren Pointe - die übrigens auf dem Plakatmotiv bereits verraten wird!

Den größten ungewollten Schrecken erzielt Harrington allerdings mit einer Tanzaufführung der Reynolds-Schützlinge, bei der eine Minderjährige (!) als sexy Mae West-Imitation auftritt und schmutzige Lieder singt. Das hinterlässt leider einen sehr unangenehmen Nachgeschmack - so etwa wie die Mini-Playback-Show.

09/10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...