Mittwoch, 16. Juni 2010

V.I. Warshawski - Detektivin in Seidenstrümpfen (1991)

Die Verfilmung der Romanreihe über die Fälle der Privatdetektivin V.I.WARSHAWSKI wurde 1991 von Disney groß angekündigt und mit Spannung erwartet, herausgekommen ist leider ein schwacher Krimi, in dem einzig Kathleen Turner brilliert. Leider war der Film ein Riesenflop, hat Turners Karriere nachhaltig geschadet und aufgrund eines Unfalls während der Dreharbeiten auch noch ihren langen Leidensweg mit Krankheit und Tablettenabhängigkeit verursacht. So ist V.I.WARSHAWSKI in vieler Hinsicht eine tragische Geschichte.

Zum Inhalt: Detektivin Warshawski steht ihren männlichen Kollegen in nichts nach, kann mit Waffe und Fäusten umgehen, hat in jeder Lebenslage einen coolen Spruch auf Lager, trinkt gerne einen über den Durst und steht auf rote High Heels. Als sie einen attraktiven Eishockeyspieler kennen lernt, bahnt sich eine heiße Affäre an, die durch seinen gewaltsamen Tod allerdings jäh unterbrochen wird. Seine minderjährige Tochter beauftragt Warshawski mit dem Fall, und gemeinsam kommen sie einer illegalen Grundstücksspekulation und einer tödlichen Familie auf die Spur...

Soweit, so gut. Leider fällt Regisseur Jeff Kanew nichts ein, das relativ uninteressante Drehbuch optisch aufzupeppen, der gesamte Film plätschert nach einem durchaus starken Auftakt mehr oder weniger dahin. Kathleen Turner sieht umwerfend aus und besitzt genau die Stärke für eine solche Figur, doch das große Problem besteht darin, dass die reine Umkehrung der Geschlechterrolle alleine noch keine interessante Protagonistin schafft. Das ist zwar hin und wieder amüsant, wie sie alle männlichen Eigenschaften verkörpert, allerdings ist es ein großer Unterschied, ob ein Mann oder eine Frau brutal zusammengeprügelt wird. Das ist dann einfach nicht mehr komisch.
Dazu kommt, dass der zu lösende Fall sich vielleicht in einem TV-Krimi gut machen würde, für einen Kino-Thriller aber erschreckend belanglos gestaltet ist. Die Auflösung interessiert nicht wirklich (wen interessieren Grundstücksspekulationen?), auch die Paarung von Turner mit der vorlauten Teenager-Tochter des Ermordeten erinnert eher an ein Kinder-Abenteuer (mit schönen Grüßen von Disney, die diesen Stoff wirklich vermurkst haben) als einen erwachsenen Thriller.

Die einzig größere Action-Sequenz ist eine Bootsjagd über den Fluss. Bei dieser Sequenz hat sich Kathleen Turner schwer verletzt und konnte den Rest der Dreharbeiten nur noch mit starken Schmerzmitteln überstehen. Wie sie selbst in ihrer Autobiografie schreibt, ist sie von den Tabletten nicht mehr losgekommen, hat zudem noch angefangen zu trinken, und man merkt in mehreren Szenen, wie sehr sie sich anstrengen muss.

Das Positive an V.I. WARSHAWSKI sind allein Turners Dialoge und zickige One-Liner ("Wenn du die Schuhe anfasst, wirst du in ihnen begraben!"), die sie absolut überzeugend spielt. Das Ganze ist sehr, sehr schade. Interessant ist der Film heute nur für Turner-Fans (ich war der größte Turner-Fan der 80er), ansonsten muss man ihn wirklich nicht gesehen haben.

04/10

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