Freitag, 25. Juni 2010

Das Haus der blutigen Hände (1968)

Aus der Reihe "Wenn Diven morden", die Mitte der 60er Jahre populär wurde (dank Aldrichs "Was geschah wirklich mit Baby Jane"), stammt dieser unspektakuläre Vertreter des Horrorkinos.

Stella Stevens spielt hier die Assistentin der wohlhabenden Shelley Winters, die in ihrem ausladenden Landsitz residiert. Stevens' jüngere Geschwister werden gerade aus der Nervenklinik entlassen, weil sie vor Jahren die gemeinsamen Eltern ermordet haben (oder nicht)? Mrs. Winters ist natürlich nicht begeistert, als sie das herausfindet, und als dann auch noch der kuschelige Haushund mit einer abgeschlagenen Hand durch die Landschaft läuft, überschlagen sich die bizarren Ereignisse...

Unter der teilnahmslosen Regie von TV-Regisseur Bernard Girard kann DAS HAUS DER BLUTIGEN HÄNDE (The Mad Room) nur durch seine beiden Darstellerinnen überzeugen. Shelley Winters gibt mal wieder die egozentrische Matrone, diese Rolle hat sie perfektioniert und wirkt darin recht sympathisch. Der "irre" Part kommt hier Stella Stevens zu, die so unglaubliche Frisuren und dermaßen gerüschte Kleidchen trägt, als stamme sie direkt aus dem Puppen-Vorrat eines Teleshopping-Kanals.
Stevens richtet für ihre vorgeblich geisteskranken Geschwister einen "Mad Room" im Haus ein, indem sie meditieren können, die größte Klatsche aber hat sie selbst. Natürlich war Stella verantwortlich für das Ableben der Eltern und murkst am Ende alles ab, was ihr vor den Schürhaken kommt, bevor sie mit Blut als Fingerfarbe Blumen an die Spiegel malt und Kinderlieder trällert. Diese "überraschende Wendung" ist übrigens auf zehn Meilen vorhersehbar.

Der Hund mit der abgetrennten Hand in der Schnauze wurde später von David Lynch für "Wild at Heart" zweckentfremdet, ansonsten ist DAS HAUS DER BLUTIGEN HÄNDE kaum zu sehen und längst in Vergessenheit geraten. Wer Shelley Winters in einem besseren Beitrag des "Psycho-Seniorinnen"-Kinos sehen will, sollte sich Curtis Harringtons "Was ist denn bloß mit Helen los?" anschauen.

07/10

Wo ist denn nur die Schraube hin, die eben noch locker saß?

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