Montag, 24. Mai 2010

Mirrors (2008)

Aus der Reihe "Asia-Remakes", die keiner braucht, hat Regisseur Alexadre Aja, der aus einem mir nicht schlüssigen Grund Kultstatus in Horror-Fankreisen besitzt, einen weiteren aufgeblasenen, hübsch fotografierten Möchtegern-Schocker inszeniert, der sich nur durch unglaubliche Langeweile auszeichnet.

Die Story: der ausgebrannte Kiefer Sutherland nimmt einen Job als Nachtwächter in einem ebenso ausgebrannten Gebäude an und kommt unheimlichen Vorgängen auf die Spur. - Soweit, so bekannt, über nähere Details will ich mich gar nicht weiter auslassen. In der überladenen Pre-Title-Sequenz verwechselt Aja erneut das Vergießen von literweise Kunst- bzw. CGI-Blut mit echtem Horror. Der Vorspann bietet dann die Titel in - ACHTUNG - Spiegelschrift! Wer ist bloß auf diese sensationelle Idee gekommen? Fairerweise muss man sagen, dass die Titelsequenz sehr gelungen ist, was nicht zuletzt an der hervorragenden Musik von Javier Navarrete liegt.

Kiefer Sutherland stolpert im weiteren Verlauf stets mit Taschenlampe durchs nächtliche Gebäude (dessen "verbrannte" Fassade - wie so vieles im Film - schlecht animiert ist), ohne zu bemerken, dass er hier nicht Jack Bauer aus "24" spielen soll. Daneben streitet er sich mit seiner Ex, die nicht möchte, dass er sich unangemeldet um seine Kinder kümmert, was zu einer Auseinandersetzung der beiden führt, in dessen Verlauf sich eines der Kinder die Ohren zuhält - das kann man verstehen, denn nicht nur ist der Dialog erbärmlich, die Charaktere werfen sich Dinge an den Kopf, die sie längst wissen und sich schon hundertmal gesagt haben, für den Zuschauer zur Info aber ein aktuelles Schmierentheater aufführen müssen. Die Figur des traumatisierten Ex-Cops, der Menschenleben auf dem Gewissen hat und sich durch Alkoholkonsum um Job und Familie gebracht hat, ist ein so ödes Klischee, dass es weh tut.

Dabei ist Sutherland noch das einzig echte am Film, alles andere wirkt extrem künstlich. Jeder Schatten, jedes Feuer, sämtliches Blut, alles stammt aus dem Computer, die Frauen wahrscheinlich auch. Mir ist bewusst, dass ich in dem Punkt altmodisch bin und mich nicht an den Zeitgeist anpassen kann, aber offensichtliche CGI-Effekte erzeugen bei mir keine Gänsehaut oder Schauer, sondern nur Gähnen, tut mir sehr leid.

Alexandre Aja hat in seinen (stark überschätzten) Genre-Beiträgen "Haute Tension" und "The Hills Have Eyes" lediglich bewiesen, dass er ein Händchen für attraktive Optik und extreme Brutalität besitzt, damit bewegt er sich natürlich genau auf dem aktuellen Massengeschmack im Horror-Bereich. Weder kann er Schauspieler führen noch einigermaßen überzeugende Dialoge schreiben oder echtes Grauen erzeugen, und von Originalität ist er ebenfalls weit entfernt. In seiner kurzen Filmografie finden sich eine Slasher-Hommage, zwei Remakes, und im Moment dreht er mit "Pirahnha 3-D" ein weiteres Remake! Ein Genie?

So bleibt auch MIRRORS eine reine Fingerübung in Äußerlichkeiten. Wer es mag, soll seine Freude daran haben, ich konnte dem Film rein gar nichts abgewinnen.

04/10

Kommentare:

  1. Ich fand den Film gut, zumindest hat es mich gegruselt, auch das alte Kaufhaus ist doch gut inszeniert. Fand ihn sogar etwas effektiver als das Asia-Original. LG

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  2. Hi Ray, ich war total enttäuscht, ich wollte ihn nach den vielen guten Rezensionen auch gut finden und war eigentlich in positiver Stimmung, aber schon die ersten Szenen haben mich total abgetörnt. Für mich war das nix, aber ich mochte auch schon "Hills" nicht. Liebe Grüße!

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