Dienstag, 11. Mai 2010

In tödlicher Mission (1981)

Nach dem Slapstick- und Gimmick-Festival "Moonraker" und dem Zorn vieler Fans, dass ihr Spion zur Comic-Figur degradiert wurde, beschloss man, den folgenden Bond wieder ernster, härter und an den Ton früherer Abenteuer à la "Liebesgrüße aus Moskau" anzupassen.

Humor ist in IN TÖDLICHER MISSION (For Your Eyes Only) tatsächlich nur rudimentär vorhanden (inklusive des herrlich albernen Margaret Thatcher-Gags am Ende, der ein klarer Rückfall in "Moonraker"-Zeiten ist), der Thriller ist schnell erzählt, kühl und zeigt einen James Bond, der wieder mehr Geheimagent als Superheld sein darf, was dem Film sehr zugute kommt. Dass er darüber hinaus aber nicht sonderlich spektakulär ausgefallen ist, liegt am konfusen Plot und mehreren belanglosen Set Pieces.

Worum geht es? Bond soll einen verschwundenen ATAC sicherstellen, ein Steuerungsprogramm für Atomraketen, und den Mörder eines Agenten-Ehepaars, die als Archäologen getarnt nach eben jenem ATAC gesucht haben. Deren Tochter Melina (Carole Bouquet) schwört Rache an den Mördern ihrer Eltern und kommt Bond mehrfach in die Quere und zu Hilfe.

Noch vor dem Vorspann darf Roger Moore als Bond seinen Erzfeind Blofeld (der nicht so genannt wird) aus einem Hubschrauber in einem Fabrikschlot versenken. Danach springt der Film schnell von einem Schauplatz zum nächsten. Die Spezialeffekte und besonders die Skijagden (wieder von Willy Bogner) sind ausgezeichnet, im Finale hingegen schwächelt der Film gewaltig. Die Besteigung eines Klosterfelsens, auf dessen Spitze sich das Versteck des Oberbösewichts befindet, dauert geradezu einschläfernd lang. Die Regie übernahm hier zum ersten Mal John Glen, der für viele weitere Abenteuer verantwortlich zeichnete und mit dem ersten Brosnan-Bond "GoldenEye" abgelöst wurde.

Die Highlights: Sheena Eastons Titelsong (sie darf die erste Sängerin sein, die auch im Vorspann zu sehen ist), Carole Bouquet als ruchlose Rächerin und Bonds Partnerin Melina, die Unterwasser-Sequenzen, Bonds Skiverfolgungsjagden (wieder von Willy Bogner in Szene gesetzt) und der wohl beste Moment des Films, wenn ein überraschend grimmiger Roger Moore dem Wagen des Killers Locque (Michael Gothard) einen Fußtritt versetzt und ihn damit in den Abgrund stürzt. Das Ende (eine Patt-Situation zwischen den konkurrierenden Mächten) ist hervorragend ausbalanciert. Oh, und ich mag den Margaret Thatcher-Gag, auch wenn er furchtbar albern ist.

Minuspunkte: eine naiv/nervige Lynn Holly-Johnson als verliebte Eisläuferin (was sonst?), ein uninteressanter Bösewicht (Julian Glover ist ein ausgezeichneter Schauspieler, aber als Bond-Gegenspieler lockt er niemanden hinter dem Ofen hervor).
Insgesamt bleibt IN TÖDLICHER MISSION einfach nicht gut im Gedächtnis, und Bill Contis Disco-Soundtrack tut heute nur noch weh.

7,5/10

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