Dienstag, 11. Mai 2010

Goldfinger (1964)

GOLDFINGER ist vielleicht der bekannteste aller Bond-Filme. Mit diesem dritten Abenteuer brach 1964 eine wahre Bond-Hysterie los, die noch Jahre anhielt.
GOLDFINGER ist ein spektakulärer, opulenter und sensationeller Film, der die Ernsthaftigkeit des Vorgängers „Liebesgrüße aus Moskau“ verlässt und einer ‚Larger Than Life’-Attitüde den Vorzug gibt. Alles an GOLDFINGER ist übertrieben, aber im Gegensatz zu späterem Overkill finden alle Elemente zu einem großen Ganzen zusammen, das mehr ist als die Summe seiner Teile.

Der unvergleichliche Gert Fröbe plant als schwerreicher Goldhändler „Goldfinger“ den gesamten Goldvorrat in Fort Knox zu vernichten, indem er eine Atombombe im Inneren zündet.

In der Romanvorlage übrigens plante er, besagten Goldvorrat zu stehlen, wobei Ian Fleming die Frage unbeantwortet ließ, wie um alles in der Welt er diesen aus Fort Knox hinausbefördern will. Die Filmversion schließt diese Logiklücke und sorgt für atemberaubende Hochspannung, anders als im Vorgänger aber wird auf Humor nicht verzichtet.

Nachdem mit Ursula Andress und Daniela Bianchi zwei eher naive und hilflose ‚Bondinen’ ihrem James zur Seite standen, muss er hier die prügelnde und erwachsene Honor Blackman als Pussy Galore (was für ein Name – „I Must Be Dreaming“) erst von seiner Männlichkeit überzeugen, um sie dann auf seine Seite zu ziehen. Blackman und Fröbe bilden gemeinsam mit dem grandiosen Harold Sakata als Fröbes Handlanger Odd-Job ein klasse Gegenspieler-Team.
Der Filmtod der reizenden Shirley Eaton, die vollständig mit Gold überzogen in Bonds Bett ihr Leben aushaucht, wurde zum legendären Kinomoment.
Sean Connery befindet sich in GOLDFINGER auf dem Höhepunkt seiner Attraktivität und Nonchalance, er sollte nie wieder so gelassen agieren.

GOLDFINGER hat die Zeit sehr gut überdauert. Er ist der ideale Film für Bond-Einsteiger, weil er alles bietet, was die Fans lieben und die Reihe so außergewöhnlich macht. Von Shirley Basseys unsterblichem Titelsong ganz zu schweigen.

09/10

Kommentare:

  1. Hallo Mathias,

    wie gut, dass der von mir sehr geschätzte Gert Fröbe sich in der deutschen Fassung selbst sprechend durfte. Sein sächsischer Tonfall - als schweizer Geschäftsmann - bringt noch einen zusätzlichen Gag in diesen brillianten Film ein.

    Beim ersten Anhören des englischen Originals vor Jahren, war ich davon ausgegangen, dass es sich um Fröbes Stimme (in einer Nachsynchronisation) gehandelt hat. Erst später habe ich dann erfahren, dass "Goldfinger" von einem englischen Schauspieler nachgesprochen wurde. Auch ohne den Tonfall - identischer gehts kaum noch.

    Gruss

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  2. Hallo Ralf, das wusste ich gar nicht, ich hätte immer geschworen, dass er selbst spricht. In dem Zusammenhang habe ich in der Rezsnsion den überhaupt besten Bond-Dialog vergessen:

    Bond: Do you expect me to talk?
    Goldfinger: No, Mr. Bond, I expect you to die!

    Gruß von Mathias

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  3. Hi Mathias,

    ja, goldig der Dialog. GOLD hat ja bekanntlich gerade wieder Hochkonjunktur und FINGER kann man immer gebrauchen.

    Gruss Ralf

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