Donnerstag, 6. Mai 2010

Die Tür ins Jenseits (1973)

Wer Episoden-Horrorfilme im Stil von "Totentanz der Vampire" (1971) oder "Asylum" (1972) mag, der liegt bei DIE TÜR INS JENSEITS (From Beyond the Grave) genau richtig. Der Film ist hierzulande so gut wie nie zu sehen und weder auf VHS noch auf DVD erschienen.

Horror-Ikone Peter Cushing spielt einen Antiquitätenhändler, der eine Reihe von Gegenständen verkauft, die schicksalhafte Auswirkungen auf ihre Käufer haben. In der ersten (und besten) Episode erwirbt David Warner einen alten Spiegel, in dem der Geist eines Serienkillers haust, der gern wieder frei wäre und Warner zu eigenen Bluttaten animiert. Die zweite Folge schildert die Begegnung eines frustrierten Ehemannes mit einem alten Kriegskameraden (Donald Pleasence), der einen mörderischen Plan verfolgt. Eine weitere Geschichte kreist um eine skurrile Exorzistin (die hinreißende Margaret Leighton), die einen Kunden von einem unsichtbaren Dämon befreien will und dabei noch mehr Schaden anrichtet.
Die vierte Episode erzählt von einer geheimnisvollen Tür, hinter der sich ein geheimnisvolles, blaues Zimmer nebst Gespenst verbirgt, welches die reizende Lesley-Ann Down in seine Gewalt bringt. Ein Epilog über einen Ladendieb, der den armen Peter Cushing überfallen will, aber selbst im Jenseits endet, rundet den Spaß ab.

Die britische "Amicus"-Produktion war spezialisiert auf genau diese Art von Episodenfilmen, und FROM BEYOND THE GRAVE gehört zu ihren besten. Die Episoden basieren sämtlich auf Kurzgeschichten von Ronald Chetwynd-Hayes, das Ensemble britischer Charakterdarsteller ist exzellent (neben den erwähnten spielen noch Diana Dors und Ian Bannen, sowie Donald Pleasences Tochter Angela), und neben allem gepflegten Grusel gibt es auch jede Menge schwarzen Humor und Sarkasmus, so bietet z.B. die zweite Episode eine völlig unerwartete Pointe, und nachdem die Exorzistin Leighton bei ihrer Teufelsaustreibung ein Haus komplett verwüstet hat, sagt sie unbeeindruckt "Nun ja, man kann kein Omelett backen, ohne ein Ei zu zerschlagen, nicht wahr?".

Der wundervolle Peter Cushing führt - wie schon bei "Die Todeskarten des Dr. Schreck" mit Würde und Augenzwinkern durch diese kleine, feine Galerie des Grauens. Ein Film für Nostalgiker.

07/10

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