Dienstag, 11. Mai 2010

Diamantenfieber (1971)

Connery ist wieder da, ein bisschen fülliger als zuvor, aber in launiger Spielfreude.
Mit ihm kehrte auch der Erfolg zurück. DIAMANTENFIEBER (Diamonds are Forever) gehört zu den bekanntesten Beiträgen der Reihe, auch wenn sein Ruf in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Qualität des Films steht. Gerade im Vergleich zum gescholtenen Vorgänger kann dieses siebente Abenteuer kaum überzeugen.

Connery/Bond befindet sich hier auf der Jagd nach Diamantenschmugglern. Die Edelsteine werden von niemand anderem gehortet als Nemesis Blofeld (Charley Gray), der damit seinen Killersatelliten bestückt, um - genau! - die Welt zu erpressen...

Dabei ist die erste Hälfte noch deutlich besser gelungen und besticht durch ständige Location-Wechsel, hohes Erzähltempo, schrillen Witz („Sie haben James Bond umgebracht!“) und die beiden skurrilen Killer Mr. Wint und Mr. Kidd (Bruce Glover und Putter Smith), die ihre Opfer auf besonders exklusive Weise um die Ecke bringen. Leider müssen sie ein paar dumme schwule Klischees erfüllen und bieten Bond am Ende Gelegenheit zu unangemessener Homophobie. Daneben muss sich Connery mehreren Mordanschlägen widersetzen, die allesamt gut erfunden sind (er wird in einer Öl-Pipeline begraben und in ein Krematorium gefahren).
Jill St. John spielt als rotharige Kratzbürste ein hinterhältiges Luder, das anfangs noch gerissen agiert und dann leider im Laufe des Films immer dümmer wird, bis sie sich im absurden Finale beim Abfeuern eines Maschinengewehrs selbst über den Rand einer Ölbohrinsel katapultiert. Nichtsdestotrotz stimmt die Chemie zwischen ihr und Connery.
Lana Wood absolviert einen langweiligen Auftritt als ‚Plenty O’Toole’ ("Named After Your Father, Perhaps?"), die mal eben aus einem Hotelfenster geworfen wird und später als Leiche wieder auftaucht (in einer holprigen Szene, deren Vorbereitung im Schnitt weggelassen wurde und im fertigen Film keinen Sinn mehr ergibt). Oberbösewicht Blofeld wird extrem zickig und ohne jede Bedrohlichkeit von Charles Gray gespielt. Wenn er als Frau verkleidet Jill St. John entführt, erreicht DIAMANTENFIEBER sogar Trash-Niveau. Die schlechteste Leistung allerdings zeigt Country-Star Jimmy Dean als Multimilliardär Willard Whyte, der klar nach Howard Hughes modelliert wurde.

Insgesamt bietet DIAMANTENFIEBER in der zweiten Hälfte nichts von Dauer. Die amerikanischen Sets wirken austauschbar, eine elendig lange Verfolgungsjagd durch Las Vegas endet mit dem schlimmsten Anschlussfehler der Filmgeschichte (der durch den verzweifelten Rettungsversuch noch schlimmer gemacht wird als er ohnehin schon ist), und die Finale Schlacht um Blofelds Ölbohrinsel bleibt unspektakulär und zäh.
Lediglich die beiden bizarren Leibwächterinnen Bambi und Klopfer bringen ein bisschen Leben in die müde Story.

Pluspunkte sammelt der Film erneut dank John Barry, Shirley Bassey und des einzig „wahren“ Bond, Sean Connery. Man hätte ihm einen besseren Film für sein Comeback gewünscht. Aber nach diesem Gastspiel war seine Zeit als 007 dann auch schon wieder für lange Zeit vorbei.

07/10

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