Montag, 24. Mai 2010

Body of Evidence (1992)

Madonna treibt es wild in diesem Möchtegern-Erotik-Thriller, der nach dem Erfolg von "Basic Instinct" der Pop-Queen endlich den erhofften Durchbruch beim Kinopublikum bescheren sollte, stattdessen aber nur für herzhafte Lacher und gähnende Langeweile sorgte.

Das Schöne an Madonna-Vehikeln ist die Tatsache, dass man nie Mitleid mit ihr haben muss, egal wie sehr sie sich zum Affen macht, denn der Erfolg ist ihr ja auf anderen Gebieten stets geblieben.
Leid tun müssen einem allerdings die unbescholtenen Schauspieler Willem Dafoe, Joe Mantegna, Anne Archer und Frank Langella, die wahrscheinlich ihren Auftritt einer verlorenen Poker-Runde zu verdanken haben, denn es gibt für keinen von ihnen auch nur einen rationalen Grund, in diesem Schrott mitzuspielen.

Der deutsche Regisseur Uli Edel inszenierte diesen Feuchte-Bettlaken-Thriller, der bereits in der ersten Einstellung schamlos Verhoevens Hit klaut. Madonnas Lover, auf dem sie offenbar Sensationelles veranstaltet, segnet kurz darauf das Zeitliche, woraufhin die Blondine angeklagt wird, ihn... naja... zu Tode ge(pieps)t zu haben. Da kommt das tolle Wortspiel aus dem Titel zur Geltung. Und ist das nicht mal eine realistische Anklage? Barbara Salesch wäre begeistert.

Vorhang auf für ein absurdes Gerichtsdrama. Anwalt Dafoe verteidigt Madonna ("Es ist kein Verbrechen, toll im Bett zu sein!"), sie verteidigt sich selbst ("Ich f... eben jeden, na und? Das kann ich am besten!" - diese Zitate sind nicht von mir erfunden, sondern Filmdialoge), und der Zuschauer kämpft gegen ein Wachkoma aufgrund von Sex-Szenen, die irgendwie schamlos sein sollen, aber in ihrer Verzweiflung nur lächerlich wirken. Kalter Champagner und heißes Wachs sorgen für den un-erotischsten Beischlaf, der je auf der Leinwand zu sehen war (ich müsste mich sehr wundern, wenn heißes Wachs im Intimbereich ein Antörner für irgendjemanden wäre), später hält Willem Dafoe noch den nackten Hintern in Glasscherben, während er es mit seiner Klientin (die das tut, was sie angeblich am besten kann) direkt in der Parkgarage des Gerichts hinter sich bringt.

Interessiert jemanden der Ausgang der Verhandlung? - Nö.

Die beinahe rührende Beharrlichkeit, mit der Madonna es immer und immer wieder versucht, das Publikum von ihrem "Talent" zu überzeugen, grenzt an Nötigung. Dass sie nicht fähig ist, auch nur einen Satz überzeugend zu sprechen oder eine Emotion zu vermitteln, hat sie darüber hinaus so oft bewiesen, dass man sich bei jedem neuen Versuch nur kopfschüttelnd abwenden kann. Von sämtlichen ihrer filmischen Katastrophen ist BODY OF EVIDENCE allerdings die mit Abstand trashigste und lustigste.

01/10

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