Dienstag, 20. April 2010

Tess (1979)

Roman Polanskis mit 3 Oscars ausgezeichnetes Kostümdrama "Tess" ist einer der untypischsten, aber sicher schönsten Filme des Regisseurs. Nastassja Kinski spielt hier grandios mit all ihrer jugendlichen Unschuld und Naivität eine mittellose Bauerntochter, die von ihrem Vater zu reichen Verwandten geschickt wird, in der Hoffnung, dass sie es dort besser hat, doch dies ist der Anfang einer wahren Leidens-Odyssee des Mädchens, von Vergewaltigung, Flucht bis zu Mord.

"Tess" besticht durch die Detailversessenheit, mit der Polanski diese bittere Geschichte erzählt, und die Leidenschaft, die er für seine Hauptfigur (und die Darstellerin) hegt.
Der Film ist wundervoll fotografiert von Geoffrey Unsworth, einem der brillantesten Kameramänner aller Zeiten ("2001 - Odyssee im Weltraum") und mit einem ebenso fantastischen Soundtrack von Philippe Sarde untermalt. "Tess" ist ein Fest für Augen und Ohren, und dank Polanski auch fürs Gehirn. Mit kitschigen Liebesdramen hat der Film nichts zu tun, weder ist er auch nur ansatzweise kitschig, noch geht es hier wirklich um Liebe oder Romantik. Neben Kubricks "Barry Lyndon" gehört "Tess" zu den besten und wichtigsten Kostümdramen der 70er. Tatsächlich war Polanski von "Barry Lyndon" so beeindruckt, dass man "Tess" durchaus als Hommage an den großen Stanley Kubrick verstehen kann.

07/10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...