Mittwoch, 28. April 2010

Schatten der Wahrheit (2000)

Was geht vor im Haus der Spencers?

Zunächst bellt der Hund den See hinter dem einsamen Anwesen an, ein undurchsichtiger Nachbar zieht ein, dessen Frau auf merkwürdige Weise verschwindet, und dann scheint es auch noch zu spuken. Bildet sich die labile Claire (Michelle Pfeiffer) alles nur ein, oder wird sie wie einst Ingrid Bergman im "Haus der Lady Alquist" in den Wahnsinn getrieben?

Keins von beiden, die Wahrheit ist noch schrecklicher...

Man muss Robert Zemeckis zugestehen, dass er sich bei SCHATTEN DER WAHRHEIT sehr zurückhält, was seine übliche Vorliebe für übertriebene Special Effects und den Hang zum Edelkitsch angeht. Stattdessen versucht er sich auf Hitchcocks Spuren, hat dabei ein gut konstruiertes Drehbuch zur Hand und eine fabelhafte Besetzung. Michelle Pfeiffer ist die ideale Besetzung der nervösen Heldin mit neurotischem Hintergrund, und wer Harrison Ford einmal nicht als sympathischen Draufgänger sehen möchte, der dürfte hier eine ziemliche Überraschung erleben (man sieht, wie viel Spaß Ford die Rolle macht).

Die Spannung wird mit Kleinigkeiten und Andeutungen geschickt gesteigert (wobei der anfängliche "Fenster zum Hof"-Plot irgendwann fallen gelassen wird und beim zweiten Sehen deutlich überflüssig und irgendwie sinnlos wirkt) und mündet in ein aufregendes Finale, das stark versucht, einen Effekt zu erzielen, der "Les Diaboliques" und "Psycho" zu Klassikern gemacht hat, nämlich eine unvergessliche Badezimmersequenz. Die hat es dann in der Tat auch in sich und entschuldigt einige kleinere Längen.

Wenn auch insgesamt die Schuhe des Großmeisters ein wenig zu groß für Zemeckis sind, muss man doch sagen, dass SCHATTEN DER WAHRHEIT glänzende Hollywood-Unterhaltung mit ein paar wirklich gelungenen Schockeffekten darstellt - ein im besten Sinne altmodischer Psycho-Thriller.

08/10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...