Dienstag, 27. April 2010

Hide and Seek (2005)

Es ist schon traurig, wie Robert DeNiro immer öfter sein Talent an Filme verschwendet, deren Drehbücher er vor 20 Jahren nicht mal zu Ende gelesen hätte. Nach dem grauenvollen "Godsend" (2004) ist dies ein weiterer "Thriller", in dem er komplett gelangweilt wirkt und sich dies sofort auf den Zuschauer überträgt.

Tatsächlich ist HIDE AND SEEK eine Riesen-Enttäuschung. Alles, was er bietet sind Klischees, und zwar am Fließband. Das einsame Haus, der Alptraum, der im Laufe des Films immer länger wird, die unheimlichen Kinderzeichnungen, Botschaften auf dem Duschvorhang, die tote Katze, bla bla bla. Nichts Neues, nur recyceltes Material aus "Shining", "Amityville Horror", "Der Exorzist" und einem Dutzend anderer Filme - die alle hundertmal besser sind. Regisseur Polsons voriger Beitrag zum Thriller-Genre war "Swimfan", das reicht eigentlich schon aus, um einen weiten Bogen um HIDE AND SEEK zu machen, denn der Mann hat einfach keine eigenen Ideen.

Die Story: nach dem Selbstmord seiner Frau (Amy Irving) zieht Psychologe David Callaway (DeNiro) mit seiner merkwürdigen Tochter (Dakota Fanning, wieder mal das gruselige Horror-Mädel) aufs Land in ein unheimliches Haus mit unheimlichen Nachbarn - eine SEHR intelligente Idee für einen Psychologen!
Neben so offensichtlichen Fragen wie "Muss das Kind eigentlich nie zur Schule?", die der Film nie beantwortet, passiert nichts, und das geschlagene 60 Minuten lang. Das wäre nicht so schlimm, wenn der Film wenigstens Atmosphäre aufbauen würde, aber er ist leider einfach nur langweilig. Der einzige Schockeffekt ist die Hauskatze, die unerwartet aus dem Schrank springt, und jeder weiß inzwischen, dass dies ein ganz billiger Ersatz für Originalität und echte Spannung ist.

Die Schauspieler schlafwandeln ähnlich wie der Zuschauer durch ihre Rolle. Warum Elisabeth Shue sich an DeNiro heranmacht und im kalten Herbst ständig mit weit aufgerissener Bluse um ihn herumturtelt, weiß der Himmel, wir erfahren ohnehin nichts über ihren Charakter (außer dass sie geschieden ist), und das betrifft auch die übrigen Figuren.
Und als wenn das alles noch nicht schlimm genug wäre, gibt es dann kurz vor Schluss die typische "M. Night Shyamalan"-Wendung, die alles auf den Kopf stellt. Diese Wendung kann man relativ früh ahnen, aber sie ergibt trotzdem keinen Sinn. Ganze Sequenzen vorher werden durch sie sinnlos und unlogisch.

Die DVD präsentiert übrigens vier (!) alternative Enden, was immer ein ganz schlechtes Zeichen ist (obwohl sogar auf dem Cover damit geworben wird - als wenn jemand sagen würde "Hey, toll, vier Enden, da kriegt man ja richtig was für sein Geld geboten!"), da keiner offensichtlich wusste, wie man die Geschichte richtig beendet und sich dann auf Test Screenings verlässt, in denen Leute von der Straße die Arbeit der Filmemacher übernehmen. Auf dem Audiokommentar hört man dann ununterbrochen, wie genial der Film ist und fragt sich, über welchen da gesprochen wird...

02/10

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