Dienstag, 20. April 2010

Die erste Todsünde (1980)

"Die erste Todsünde", der letzte Spielfilm von Frank Sinatra, erzählt von einem New Yorker Detective, der kurz vor der Pensionierung steht, nebenbei seine todkranke Frau pflegt und auf der Jagd nach einem psychopathischen Serienkiller ist, der auf offener Straße Männer mit einer ganz speziellen Waffe erschlägt.

Junge Zuschauer dürften mit dem sehr langsamen, actionarmen Erzählstil des Thrillers nicht viel anfangen können und werden sich eher langweilen, zumal keine der Figuren jemals in Gefahr gerät und sich der Film eher auf die Suche nach dem Killer über die Suche nach der Waffe erzählt. Insofern ist "Todsünde" auch kein Psycho-Thriller, wie er es heutzutage sicher wäre, sondern ein Krimi mit Anleihen beim Slasher-Film.

"Die erste Todsünde" bezieht seinen Reiz in erster Linie aus der Präsenz Sinatras, der seiner Rolle durch minimalsten Aufwand absolute Glaubwürdigkeit verleiht. Verstärkung erhält durch hervorragend besetzte Nebendarsteller wie Joe Spinell, Brenda Vaccarro und besonders Martin Gabel, der einen Waffenexperten spielt, der freiwillig bei der Suche nach dem Täter mitmacht, was u.a. zu einer sehr komischen Szene in einem Baumarkt führt, wo er den Verkäufer nach einem Werkzeug fragt, mit dem man jemanden auf praktische Weise umbringen kann. Neben diesen wenigen humorvollen Einlagen ist aber der Grundton des Thrillers todernst. Der Film spielt im winterlichen New York und verbreitet eine sehr kühle, depressive Atmosphäre, die schließlich den Weg bereitet für einen sehr merkwürdigen Abschluss, der eher zu einem Charles-Bronson- Film gepasst hätte (tatsächlich weist der Film starke Ähnlichkeit mit diversen Bronson Filmen wie "Ein Mann wie Dynamit" auf).

Einziger echter Schwachpunkt ist Faye Dunaway, die mit einer undakbaren Rolle gestraft ist. Als Ehefrau von Sinatra verbringt sie den gesamten Film über im Krankenhausbett, und Regisseur Hutton schafft es nie, diese Szenen mit den Ermittlungsarbeiten zu verknüpfen. Um es ganz krass zu formulieren - man kann sämtliche Dunaway-Szenen überspringen und verpasst keine Minute des Thrillers. Das darf natürlich nicht passieren.

Fazit: solide, kühle Krimi-Unterhaltung mit einem grandiosen Sinatra und einem spannenden Finale. Sicher kein Meilenstein, aber ich persönlich ziehe den Film jederzeit modernen Serienkiller-Thrillern mit den ewig gleichen Mustern vor, weil er Klasse und Atmosphäre besitzt und sich an ein erwachsenes Publikum richtet.

07/10

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