Mittwoch, 28. April 2010

Blutweihe (1984)

Wer auf Slasher der 80er steht, für den ist BLUTWEIHE (The Initiation) mein Geheimtipp. Die deutsche DVD bietet übrigens als Extra einen kompletten Spielfilm, nämlich den Horror-Trash "Frozen Scream" (USA, 1975, Regie: Frank Roach), der aber leider grottenschlecht ist.

Zu BLUTWEIHE: hier geht es um ein paar Mädels, die gern in eine Studentinnenverbindung aufgenommen werden wollen und zu diesem Zweck nachts in ein gigantisches Kaufhaus einbrechen, um dort dem Wachmann die Uniform zu stehlen. Leider ist zur selben Zeit ein psychopathischer Mörder aus der Psychiatrie ausgebrochen und bläst zur Jagd auf die Kids...

Diese Inhaltsangabe gibt nur einen kleinen Teil der verschachtelten Handlung wieder (das Geschehen im Kaufhaus findet erst nach ca. 60 Minuten statt), sie betrifft aber den Kern des Films und die spannendste Strecke in bester Slasher-Tradition. Zuvor geht es noch um die Alpträume unserer jungen Heldin (Daphne Zuniga), bei denen es sich möglicherweise um verschüttete Erinnerungen handeln könnte.

Regisseur Larry Stewart inszeniert den Horrorspaß nicht gerade künstlerisch ambitioniert, aber solide. Unter den Darstellern befinden sich neben dem üblichen Teenie-Kanonenfutter auch Genre-Größen wie Vera Miles und Clu Gulager sowie TV-Schwarm James Read als heldenhafter Psychologiedozent. Daphne Zuniga spielt in der Hauptrolle durchaus reizend und bemüht sich um eine ernsthafte Charakterisierung.

Neben einer völlig überflüssigen Partysequenz, in der die Studenten wilde Cocktails mixen oder als Riesenpenis verkleidet auftauchen (ein alberner Versuch, die Teenie-Klamotte im Stil von "Porky`s" in einem Aufwasch mit zu verwursten) bleibt die Handlung konstant unterhaltsam, der nächtliche Ausbruch aus der Psychiatrie ist sehr gelungen, und das Finale im Kaufhaus bietet einige hübsche Einfälle (ein Mord, der über Lautsprecher in alle Abteilungen übertragen wird) sowie eine Menge unheimlicher Schaufensterpuppen. Zum Schluss gibt es noch eine überraschende Wendung, die man so nicht erwarten konnte und alle Handlungselemente zusammenführt. Da kann man nicht meckern.

Insgesamt handelt es sich bei BLUTWEIHE nicht um ein Must-See, aber als blutiger Appetithappen für zwischendurch ist er bestens geeignet. Regisseur Stewart hat nach BLUTWEIHE übrigens nur noch bei einer TV-Serie Regie geführt, und zwar bei "Lassie"... tja.

08/10

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