Samstag, 17. April 2010

Backfire / Final Night (1987)

Schade, dass es kaum noch solche Filme gibt! Der US-Thriller BACKFIRE, der 1987 als "Final Night - Die letzte Nacht" bei uns im Kino lief, ist ein lupenreines B-Picture mit soliden Darstellern, vielen überraschenden Plot-Wendungen, plus einer Menge Sex und Gewalt.

Worum geht es? Der durch den Vietnamkrieg traumatisierte Jeff Fahey ("Psycho 3") lebt mit seiner schönen Frau Karen Allen ("Jäger des verlorenen Schatzes") in einem teuren Anwesen und erlebt nicht nur nächtliche Alpträume, sondern auch den ultimativen Horror, als seine Frau übers Wochenende wegfährt, Blut aus der Dusche kommt und Augäpfel auf dem Bettlaken herumliegen. Sein Selbstmordversuch geht schief, und er landet als katatonischer Pflegefall im Rollstuhl. - Und das sind nur die ersten 30 Minuten des Films!

Danach entbrennt ein mörderisches Katz- und Mausspiel, als die Fast-Witwe den knackigen Keith Carradine kennenlernt, eine heiße Affäre beginnt und kurz darauf seltsame Dinge geschehen. Befindet sich Fahey wirklich in einem so schlimmen Zustand, wie es den Anschein macht? Oder geht hier etwas ganz anderes vor?

BACKFIRE bietet alles, was das Trash-Herz begehrt. Regisseur Gilbert Cates hält den Film auf Hochtouren, alle Charaktere zeigen ein zweites Gesicht, auf Blut und Augäpfel folgen noch abgehackte Köpfe und andere Grand Guignol-Schockeffekte.
Auf dem Höhepunkt geht dann noch eine Waffe nach hinten los, im buchstäblichen Sinne. Damit löst der Film seinen raffiniert doppeldeutigen Titel ein (neben der Waffe ist auch ein intriganter Mordplan nach hinten losgegangen).

Karen Allen spielt hier eines der gemeinsten Filmluder aller Zeiten und hat sichtlich Spaß an ihrer Femme Fatale. Nachdem sie ihren Mann nebst Krankenschwester bei sich zu Hause deponiert hat, schmeißt sie sich in ihren heißesten roten Fummel und geht auf die Piste. Als sie später glaubt, ihr scheinbar komatöser Mann würde seinen Zustand nur vorgaukeln, erzählt sie ihm von schlüpfrigem Sex und prügelt auf ihn ein, um ihn zu einer Reaktion zu provozieren. Keith Carradine ist ideal als mysteriöser Fremder, der vielleicht mehr im Gepäck hat, als Karen Allen lieb ist, und Jeff Fahey kann den sensiblen Kriegsveteranen so überzeugend mimen, dass man Mitleid mit ihm hat. Am Ende bekommt jeder, was er verdient.

BACKFIRE ist einer dieser Filme, die niemand kennt, die aber trotz und wegen aller Unglaubwürdigkeiten spannend und originell unterhalten, wenn man das Ganze nicht ernst nimmt. Geheimtipp!

08/10


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...