Dienstag, 20. April 2010

Asphalt Cowboy (1969)

"Asphalt Cowboy" gehört zu den wichtigsten und besten amerikanischen Filmen aller Zeiten. Der Film erzählt die Geschichte des naiven Texaners Joe (Jon Voight), der mit dem Traum nach New York kommt, ein erfolgreicher Callboy zu werden, doch schnell holt ihn die bittere Realität ein. Die Bekanntschaft mit dem schwerkranken Verlierer "Ratso" Rizzo (Dustin Hoffman) wird zu einer tiefen Freundschaft, die den Abstieg beider im Großstadtdschungel aber auch nicht verhindert.

Regisseur John Schlesinger erzählt seine deprimierende, traurige und so reale Geschichte über die Kehrseite des amerikanischen Traums in realistischen, düsteren Bildern, mit blitzartigen Rückblenden und teilweise halluzinatorischen Szenen. Noch heute hat "Asphalt Cowboy" die Kraft, den Zuschauer vollkommen zu erschüttern und hilflos zurückzulassen. Er ist schonungslos in seiner Abkehr vom glamourösen Hollywood-Film und erzählt offen über die Kälte der Großstadtgesellschaft gegenüber gescheiterten Existenzen, den alltäglichen Überlebenskampf in der Gosse und die Sinnlosigkeit von Lebensträumen. Die Darsteller liefern brillante Charakterstudien ab, und der Film wimmelt nur so von unvergesslichen Charakteren bis in die Nebenrollen.

"Asphalt Cowboy" war der erste (und bis heute einzige) Film, der den Oscar für den besten Film des Jahres erhielt und gleichzeitig nur für Erwachsene zugelassen war - er erhielt das gefürchtete X-Rating, sonst nur für Hardcore-Pornos vorgesehen. Dennoch überzeugte er das Publikum und die Kritiker in aller Welt und läutete eine neue Ära im Hollywood-Film ein. Leider ist diese Ära lange vorbei, und heute bemüht sich auch die Academy bei der Verteilung ihrer Oscars mehr um politische Korrektheit und Sentimentalität als um aufrüttelnde Meisterwerke. Aber sei es drum.

10/10

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