Dienstag, 20. April 2010

Achterbahn (1977)

ACHTERBAHN (Rollercoaster) aus dem Jahr 1977 gehört zu den Filmen, die ich immer wieder gerne sehe, besonders im Hochsommer. Die extrem spannende Mischung aus Katastrophenkino und Action-Thriller mit schönem 70er-Flair, hervorragenden Darstellern und einer Menge skurrilem Humor macht ihn jedes Mal wieder zum kurzweiligen Vergnügen.

Worum geht es? Ein irrer Erpresser (Timothy Bottoms) sorgt in einem furiosen Auftakt mit einer selbstgebastelten Bombe für ein Horrorszenario auf einem Vergnügungspark. Um nicht weitere Menschenleben zu gefährden, lassen sich die Rummelplatzbetreiber auf seine Forderungen ein. Ausgerechnet Sicherheits-Chef Harry Calder (George Segal) soll in einem Freizeitpark das Geld übergeben. Vom FBI verdrahtet und mit dem Mörder per Funk verbunden, beginnt ein pulssteigerndes Katz- und Mausspiel...

ACHTERBAHN lief seinerzeit in den Kinos im Sensurround-Verfahren, welches das authentische Achterbahn-Feeling vermitteln sollte, und die Widescreen-Aufnahmen der rasenden Achterbahn sind heute noch ein echter Leckerbissen. Lalo Shifrin hat einen sehr packenden Score für den Thriller komponiert, der unvermittelt von fröhlicher Rummelplatzmusik zu beunruhigender Psycho-Spannung wechselt.
In der Hauptrolle brilliert der zerknautschte George Segal, der stets schlecht gelaunt ist, weil er sich gerade das Rauchen abgewöhnt. Segals kleine Tochter übrigens wird von der jungen Helen Hunt gespielt. Sein Gegenspieler ist mit Timothy Bottoms klasse besetzt. Bottoms' unbewegtes, jungenhaftes Äußeres wirkt seltsam befremdend und überzeugend gruselig. Wenn er gegen Ende selbst unter Druck gerät und in aller Eile eine neue Bombe aus seinem Wagen holen muss, bekommt man auch als Zuschauer leichte Schweißausbrüche. In weiteren Nebenrollen tummeln sich Größen wie Henry Fonda und Richard Widmark sowie Susan Strasberg, unter den Besuchern des Vergnügungsparks entdecken wir u.a. Craig Wasson. Der Part, in dem Segal von Bottoms durch den Park gelotst wird, sich alberne Hüte kaufen und mehrfach die Achterbahn benutzen muss, bis ihm übel wird, ist natürlich aus Dirty Harry entnommen und macht sich gleichzeitig darüber lustig, zumal Segals Filmfigur auch noch Harry heißt ("Harry, möchten Sie wissen, wo sich die Bombe befindet?" - "Ja!" - "Sie halten Sie in der Hand."). Einige Gags am Rande - wie der Moment, in dem die Polizei eine Karussell-Gondel stürmt und einen unschuldigen Priester für den Erpresser hält, oder die FBI-Agenten im Abhörraum zwischen Plüschtieren und Teddybären - lockern die Spannung in bester Hitchcock-Manier immer wieder auf.

Alles in allem ist ACHTERBAHN ein herrlicher Nervenzerrer, den ich liebe, seit ich ihn in meiner Kindheit im Fernsehen sah und man mich noch Monate später nicht in eine Achterbahn gekriegt hat. Heute gefällt mir sein sarkastischer Humor am besten, den es in dieser Form im heutigen Kino nicht mehr gibt. Ach, die 70er...

Die DVD von Universal ist leider - wie bereits die TV-Ausstrahlungen - etwas geschnitten (es fehlt die Einstellung eines blutigen Gesichts). Das gehört sich zwar absolut nicht, man kann den Film aber dennoch genießen. Die Bildqualität ist gut (Cinemascope), Ton liegt in Deutsch/Englisch sowie weiteren Sprachen vor, Untertitel sind massig vorhanden, Extras leider überhaupt nicht.

10/10

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