Sonntag, 21. März 2010

Flammendes Inferno (1974)

FLAMMENDES INFERNO aus dem Jahr 1974 bildete den Höhepunkt der 70er-Katastrophenfilm-Welle, mit der verzweifelt versucht wurde, das Publikum von den TV-Bildschirmen weg und ins Kino zu locken. Dafür wurden haufenweise Top-Stars ertränkt, verbrannt und unter einstürzenden Städten begraben.

In dieser wirklich spektakulären Produktion - die so teuer war, dass gleich zwei Major Studios sie finanzierten, nämlich Warner Bros. und 20th Century Fox - geht ein Wolkenkratzer (der angeblich "Höchste der Welt") in Flammen auf. Architekt Paul Newman und Feuerwehrchief Steve McQueen versuchen, der Katastrophe Herr zu werden, während eine vornehme Party im Dachgeschoss ums Überleben kämpft...

Auch wenn der Film insgesamt mit seinen knapp 160 Minuten etwas zu lang geraten ist, kann er immer noch durch hervorragende Effekte und die beeindruckende Ansammlung von Schauspielern begeistern: Faye Dunaway sieht atemberaubend aus, Richard Chamberlain spielt hübsch zickig den korrupten Fieslig, dem sämtliche Menschenleben wurscht sind, die Altstars Jennifer Jones und Fred Astaire erleben eine nette Romanze, und O.J. Simpson rettet eine Katze vor dem Feuer. Dazwischen wird sich durch kilometerlange Fahrstuhlschächte abgeseilt, eine provisorische Seilbahn zum Nachbargebäude errichtet (eine unvergessliche Sequenz für Menschen mit Höhenangst), und Helikopter explodieren auf dem Dach. Um es kurz zu machen - hier ist einfach eine ganze Menge los, man kommt kaum zum Durchatmen.

Steve McQueen erwies sich bei den Dreharbeiten übrigens als Diva und verlangte exakt so viel Text wie Paul Newman. Beider Namen mussten im Vorspann nebeneinander stehen. Er ist als Chef der Feuerwehr aber ungemein überzeugend und verrichtet einen Stunt, den man gesehen haben muss: auf dem Dach eines Außenfahrstuhls, der mit einem Karabiner an einem Helikopter befestigt ist, welcher den Lift aus tödlicher Höhe nach unten befördert, hält er einen abgestürzten Kollegen so lange fest (am Ende mit nur einer Hand!), bis alle den sicheren Boden erreichen. Nun ja, alle bis auf Jennifer Jones, die verabschiedet sich bereits zuvor kopfüber aus dem Fahrstuhl und landet als erste unten.

Im wahnsinnigen Finale werden schließlich die Wassertanks unter dem Dach des Wolkenkratzers gesprengt, was nicht nur zu einer atemberaubenden Sequenz führt, sondern neben den Dutzenden Brandopfern für ebenso viele Wasserleichen sorgt.
Der Film erhielt drei Oscars, u.a. für den lahmen Kitsch-Song "We May Never Love Like This Again", bei dem sich die Haare aufrollen.

9.5/10

1 Kommentar:

  1. Liegts an meinem Faible für Nostalgie, daß ich mir den Film auch heute immer ansehe, wenn er mal wieder im TV gezeigt wird oder vielleicht doch an Newman und McQueen? ;-)

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