Sonntag, 21. März 2010

Das Geisterschloss (1999)

Ein Aufschrei ging unter Horror-Fans los, als bekannt wurde, dass ausgerechnet Jan DeBont die klassische Spukhaus-Geschichte "The Haunting" neu verfilmen sollte, und das, nachdem er gerade mit "Speed 2" eines der schlimmsten Sequels aller Zeiten gedreht hatte. Und tatsächlich ist auch DAS GEISTERSCHLOSS ein trauriger Beweis für Inkompetenz an jeder Stelle.

Die Story: Psychologe Liam Neeson lädt einige Personen, darunter der ewig grinsende Owen Wilson, die selbstverliebte Catherine Zeta-Jones und die neurotische Lily Taylor, zu einem Wochenende in ein berüchtigtes Spukschloss ein, wo er angeblich Schlafstörungen untersuchen will. Tatsächlich aber will er die Angst erforschen, und die lässt auch nicht lange auf sich warten...

Da, wo in Robert Wises Original aus dem Jahr 1963 noch alles subtil angedeutet wurde, fährt DeBont unter Mithilfe von Steven Spielbergs Dreamworks alles auf, was die CGI-Rechner hergeben. Da dröhnt die Musik, da hämmert der Surround-Sound und ertränkt alles in einem überlauten Zirkus, der kilometerweit von jedem auch nur einigermaßen passablen Schockeffekt entfernt bleibt. Besonders die "Kinder-Geister" und lebenden Putten des Hauses sind so unerträglich albern und kindisch, dass man sich fragt, ob der Film für Kleinkinder produziert wurde. Diese Geisterchen stellen dann auch noch so grauenvolle Sachen an wie Lily Taylors Haar zu flechten... brrrrrr. Da bekommt man die Gänsehaut an den ganz falschen Stellen aus den ganz falschen Gründen.

Das Haus selbst, welches der Dreh- und Angelpunkt für verstecktes Grauen sein sollte, ist der geschmacklose Kitsch-Alptraum jedes Innendekorateurs. Alles ist schön ausgeleuchtet, keine Schatten, kein unheimliches Dunkel, nichts was zu einem Horrorfilm gehören würde. Dazu gesellen sich wirklich schlimme und überraschend schlampige Fehler in Schnitt und Anschluss. Wenn ein Film es schon nicht schafft, Catherine Zeta-Jones eine Rolle vorwärts ins Bett machen zu lassen, ohne dass sie im Gegenschnitt genau falsch herum liegt, dann darf man sich nicht wundern, wenn auch sonst nichts funktioniert. Das viele Geld, das in die Effekte geflossen ist, wäre im Drehbuch besser angelegt.

Die eigentlich gute Besetzung (über das Talent von Zeta-Jones und Wilson kann man sich streiten, auf jeden Fall besitzen beide keine nennenswerte Bandbreite), agiert steif und fühlt sich sichtlich unwohl (besonders Liam Neeson wirkt den ganzen Film hindurch extrem peinlich berührt), und als wenn das noch nicht genug wäre, geht es im sentimentalen Finale tatsächlich (wieder mal) um die wiedervereinte Familie - Töröö! Mit schönen Grüßen von Herrn Spielberg. Gerüchten zufolge hat Spielberg selbst das Ruder übernommen, als er sah, was für ein schrecklicher Film am Ende herauskommen würde. Hat nichts geholfen. "Das Geisterschloss" ist ein Trauerspiel, und das einzig empfehlenswerte bleibt die Musik von Altmeister Jerry Goldsmith, die wirklich einen besseren Film verdient hätte.

02/10

Kommentare:

  1. Hallo Mathias, wie Recht Du hast. Das war für mich auch eine unerträgliche Filmgurke. Dabei hatte ich mich damals so sehr auf dieses Remake eines klasse Originals gefreut und dann kam dieser gähnend langweilige Specialeffektefilm raus. LG Ray

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  2. Hi Ray, da bin ich aber froh, ich lese ständig jubelnde Rezensionen und frage mich immer, ob ich auf einem falschen Planeten lebe. Das Original hingegen kann ich immer wieder ansehen, so ein schöner Film! :-) Liebe Grüße!

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