Samstag, 13. Februar 2010

Wie angelt man sich einen Millionär? (1953)

WIE ANGELT MAN SICH... aus dem Jahr 1953 war der erste Film, der im Cinemascope-Verfahren gedreht wurde (wurde aber nach "Das Gewand" als Zweiter aufgeführt), und einer der vielen Reize der Komödie besteht in der konsequenten Ausnutzung des Breitwandformats. Charaktere und Kulissen werden jeweils so im Bild arrangiert, dass keine Lücke des Raumes ungenutzt bleibt.

Neben derlei technischen Spielereien aber ist WIE ANGELT MAN SICH... ein Klassiker der Filmkomödie, hauptsächlich aufgrund seines Darstellertrios Marilyn Monroe, Lauren Bacall und Betty Grable, ohne die der Film deutlich schwächer ausfallen würde. Die Drei spielen "Mannequins" (heute würde man sie Models nennen), die ein luxuriöses Apartment als Hauptquartier für die Jagd nach reichem Ehematerial mieten. Doch wer hätte das gedacht, die Liebe geht oft merkwürdige Wege... und auf diesen Wegen bietet der Film trotz etwas zu gemächlichem Tempo genug Überraschungen, absurde Situationen und Wortwitz, dass man sich über die gesamte Lauflänge köstlich unterhält.

Marilyn Monroe spielt dabei die untergeordnete Rolle. Sie ist die kurzsichtige Schönheit, die gern mal gegen Wände und Dekorationen läuft, weil sie sich nicht traut, die Brille aufzusetzen. Ihre einzige große Szene findet gegen Ende in einem Flugzeug statt, wo sie ein Buch verkehrt herum liest und durch die nette Zudringlichkeit von David Wayne ermuntert wird, zu ihrem eigenen Ich zu stehen. Wie immer sieht sie mit und ohne Brille jederzeit hinreißend aus.

Betty Grable, die vor Marilyns Glanzzeit der große Star bei der Fox war und heute unverdient in Vergessenheit geraten ist, spielt die ewig plappernde Blondine mit Dauerhunger, sie hat aber mit Abstand die witzigsten Dialoge und gerät in skurrilste Situationen (um einen Millionär kennen zu lernen, fährt sie in eine einsame Skihütte, bekommt die Masern und verliebt sich ausgerechnet in den Förster Rory Calhoun).

Lauren Bacall, die man eher selten in Komödien findet, ist die Intelligenteste des Trios und geht am Zielstrebigsten an die "Arbeit". Sie ist es auch, welche die größte Entwicklung im Film durchlebt und die der Film am meisten ernst nimmt. Eine weise Entscheidung, da ihr komödiantisches Talent nicht besonders ausgeprägt ist (Bacall war immer besser in düsteren Kriminalfilmen und Melodramen).

Alles in allem kann man dem Film nicht viel mehr vorwerfen als nicht noch mehr aus seiner Grundstory zu machen. Außerdem gehört die Vorhersehbarkeit zwangsläufig zu dieser Art von Komödie, dies stellt für mich auch kein Manko dar. WIE ANGELT MAN SICH... bietet viel Schauwerte, genügend Komik und drei Top-Stars in bester Laune, das sollte für einen befriedigenden Filmabend reichen. Sehr ungewöhnlich übrigens beginnt der Klassiker mit einem Orchesterstück (dirigiert von Filmkomponist Alfred Newman), das die Errungenschaften Cinemascope und Stereo angemessen vorstellen sollte. Es stimmt perfekt auf den folgenden Film ein.

09/10

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