Dienstag, 16. Februar 2010

Was der Himmel erlaubt (1955)

Regisseur Douglas Sirk war in vielen Genres zu Hause, doch im Melodram hat er seine besten Werke gedreht. "Was der Himmel erlaubt" stammt aus seiner kreativen Höchstphase, aus der auch "In den Wind geschrieben", "Die wunderbare Macht" und "Solange es Menschen gibt" stammen.

"Was der Himmel erlaubt" erzählt von einer gesellschaftlich gutsituierten Witwe (Jane Wyman), die sich unverhofft in ihren Gärtner (Rock Hudson) verliebt. Doch ihre Umwelt - Familie und Gesellschaft - kann diese Beziehung nicht akzeptieren...

Was nach einer simplen Taschentücher-Geschichte klingt (und im Grunde auch ist) wird unter der Leitung von Douglas Sirk zu einem bombastischen Fest fürs Auge. Sirks Technicolor-Farbgebung gehört zu den expressivsten der Filmgeschichte. Jedes Bild ist liebevoll komponiert, allein die Anfangseinstellung ist schon meisterhaft in ihrer Symbolik. Sirks Welt spiegelt die Realität, ist aber immer komplett künstlich. Die leidenden Figuren können in dieser Welt kaum atmen. Jane Wyman und Rock Hudson spielten schon unter Sirks Regie in der "wunderbaren Macht". Sie sind ein ungewöhnliches Paar, tragen aber den Film hervorragend.

Die liberale Botschaft - Kümmere dich nicht darum, was die anderen sagen, sondern stehe zu dir selbst! - war ihrer Zeit weit voraus, was möglicherweise ein Grund dafür war, dass der Film bei den Oscars ignoriert wurde. Nicht zuletzt zählte Rainer Werner Fassbinder "Was der Himmel erlaubt" zu seinen Lieblingsfilmen und hat mit "Angst essen Seele auf" ein Quasi-Remake gedreht.

Wer vor großen Gefühlen keine Angst hat, sollte sich den Klassiker unbedingt ansehen, am besten in einer langen Melodram-Nacht mit oben genannten Filmen.

08/10

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