Dienstag, 16. Februar 2010

Vermisst (1981)

"Vermißt" ist einer der besten Polit-Thriller der Filmgeschichte (für viele sogar DER beste), weil er nicht nur mörderisch spannend und emotional, sondern darüberhinaus - und viel wichtiger - extrem verstörend und beunruhigend ist.

Zum Inhalt: Ein junges Ehepaar gerät 1973 in Chile mitten in den Militärputsch. Bei ihrer Flucht in die USA werden die beiden getrennt. Während die Ehefrau (Sissy Spacek) zur Botschaft durchkommt, bleibt Charles vermisst. Zusammen mit ihrem biederen Schwiegervater (Jack Lemmon), der auf keinen Fall die Amerikaner verdächtigt, ihre Finger im Spiel zu haben, macht Beth sich auf die gefährliche Suche nach ihrem Mann...

In Zeiten, wo Filme eher auf der sicheren Seite stehen und wenig Risiken eingehen, um das zahlende Publikum nicht mit erschütternden Wahrheiten zu verschrecken, ist die Wiederentdeckung dieses modernen Klassikers eine echte Wohltat. Der menschliche, private Teil - die Beziehung von Sissy Spacek und Jack Lemmon - ist ebenso komplex und anspruchsvoll geschildert wie die politische Dimension der Geschichte, und die beiden Darsteller überzeugen mit brillanten Darstellungen.

"Vermißt" ist kein leichter Film, weil er tief unter die Haut geht und von Dingen handelt, die wir lieber gar nicht wissen möchten, aber gerade deswegen ist er ungeheur wichtig und zeitlos. Ein Film mit Anspruch und hohem Spannungswert, viel besser geht es eigentlich nicht. Ein Muss!

9.5/10

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