Mittwoch, 17. Februar 2010

Unwiderstehlich (2006)

In dem australischen Thriller UNWIDERSTEHLICH von Regisseurin Ann Turner aus dem Jahr 2006 glänzt Susan Sarandon als Illustratorin, deren Leben aus den Fugen gerät, als sie erkennen muss, dass sich jemand heimlich in ihr Haus einschleicht und Sachen entwendet. Steckt vielleicht die reizende Emily Blunt dahinter, die für Sarandons Ehemann Sam Neill arbeitet und offenbar ein Auge auf ihn geworfen hat? Je energischer Sarandon den Vorgängen auf den Grund geht, desto mehr gerät sie selbst in Verdacht, geistig verwirrt zu sein, doch die Wahrheit liegt ganz woanders begraben...

UNWIDERSTEHLICH (ein ungünstiger, beliebiger Titel, der auch nach Ansehen des Films nicht zur Handlung passen will) gelingt es dabei hervorragend, die Frage offen zu halten, wer tatsächlich hinter den Vorgängen steckt. Wenn sie die Namen ihrer Kinder verwechselt und ihrer Tochter ein Medikament doppelt verabreicht, zieht man auch in Betracht, dass sie selbst nicht ganz zurechnungsfähig ist. Kurzzeitig darf man auch überlegen, ob der Film zu der alten "Lass' uns Mutti in den Wahnsinn treiben"-Schule zählt, die inzwischen ausgestorben ist. Kinderspielzeug, Brettspiele und Kleider verschwinden, ein aggressiver Wesepenschwarm fällt über Susan Sarandon her, alles keine spektakulären Ereignisse, aber durchaus beunruhigend. Wenn Sarandon der Rivalin Emily Blunt nachsteigt, um sie auf frischer Tat zu überraschen, steht sie bald selbst als Stalkerin vor Gericht, das sind die besten Szenen des Films.

Regisseurin Ann Turner vertraut den Schauspielern und inszeniert den Psycho-Thriller sehr schlicht, verzichtet - abgesehen von einigen hübschen Alptraum-Sequenzen, in denen Sarandon von Eulen und toten Kindern träumt - auf visuellen Schnickschnack oder schnelle Schnittfolgen, was sicherlich einige Zuschauer enttäuschen dürfte, die mittlerweile von Kino-Thrillern andere Kaliber gewöhnt sind. Mich hat es nicht gestört, weil ich zum einen Susan Sarandon immer gern zusehe und mich zum anderen die Geschichte wirklich interessiert hat. Das Finale hingegen hat mich eher enttäuscht. Die schlussendliche Erklärung ist zwar einigermaßen nachvollziehbar, funktioniert aber nur, weil der Film vorher wichtige Informationen geheim hält, mit denen jeder Zuschauer sofort gewusst hätte, wie der Hase läuft. Sam Neill wird leicht verschenkt, seine Rolle bleibt eindimensional und stellenweise unglaubwürdig (so glaubt er seiner Frau Sarandon durchweg kein Wort, was ich doch etwas zweifelhaft finde). In einer Nebenrolle als Sarandons Vater ist übrigens Charles Tingwell, Inspektor aus den "Miss Marple"-Filmen, zu sehen.

Alles in allem ist UNWIDERSTEHLICH (Dieser Titel...) eher etwas für Freunde des 90er-Jahre-Thrillers à la "Weiblich, ledig, jung sucht...". Er wendet sich in seiner Machart klar an ein weibliches Publikum (zumal er mit Ängsten wie der Entfremdung von den eigenen Kindern spielt), kann aber solide unterhalten. Dass er nichts Neues bietet, würde ich ihm nicht vorwerfen, immerhin ist mittlerweile alles schon mal dagewesen, und ich persönlich habe mittlerweile genug Serienkiller, Profiler und CSI-Spezialisten gesehen, da ist mir so ein "privater" kleiner Thriller wesentlich lieber.

07/10

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