Mittwoch, 17. Februar 2010

Unter Wasser stirbt man nicht (1975)

Privatdetektiv Lew Harper ist zurück, zehn Jahre nach dem Riesenerfolg "Ein Fall für Harper", in einer weiteren Verfilmung nach Ross McDonald. In der Hauptrolle ein unschlagbarer, obercooler Paul Newman, dem die Frauen zu Füßen liegen, und den die Handlanger der Bösewichter gern zusammenschlagen.

Die Handlung von UNTER WASSER STIRBT MAN NICHT (The Drowning Pool) aus dem Jahr 1975 schickt Newman tief in die Südstaaten nach Louisiana, wo er von einer reichen Schönheit (Newmans Ehefrau Joanne Woodward als Femme fatale) engagiert wird, die Identität eines Erpressers zu ermitteln. Bei seinen Nachforschungen gerät er in ein Netz aus Lügen, Intrigen, Grundstücks-Spekulationen und Mord...

Regisseur Stuart Rosenberg beweist ein gutes Gespür für Timing und die heißfeuchte Südstaaten-Atmosphäre, und auch wenn der Thriller ein paar kleinere Längen aufweist, kann er besonders wegen der Schauplätze und der klasse Besetzung ausgezeichnet unterhalten. Neben Woodward glänzt die erst 14-jährige Melanie Griffith als frühreifes Früchtchen, das Newman im Strick-BH auflauert und verführen möchte (wer möchte das nicht?). Ihre dünne Piepsstimme hat sie bis heute behalten, schauspielerisch kann sie schon hier überzeugen. Newman besticht mit unverbrauchtem Charisma und zeigt keine Scheu vor leichten Alterserscheinungen. "Du bist etwas grau geworden", flüstert Woodward gleich zu Beginn, woraufhin er antwortet "Ja, aber alles andere funktioniert so gut wie früher!" Seine Fäuste sind nach eigenen Aussagen eingetragene Waffen im Staat New York.

Der Plot erinnert stellenweise an "Chinatown" und ist durchaus komplex, man hat aber als Zuschauer keine Mühe, ihm zu folgen. Die Spannung ergibt sich in erster Linie aus Dialogszenen und den Charakteren, nicht aus Action. Das Finale, dem der Film seinen Titel verdankt, bietet eine enorm spannende und ausgedehnte Suspense-Sequenz, in der Newman und die reizende Gail Strickland (beide in Unterwäsche) in einem Therapie-Raum eingeschlossen sind, der bis zur Decke mit Wasser volläuft. Da möchte man am liebsten mitatmen. Insgesamt ist UNTER WASSER STIRBT MAN NICHT vielleicht nicht das letzte Wort in Sachen Thriller, aber zur schnellen Unterhaltung für zwischendurch ist er glänzend geeignet.

07/10

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