Dienstag, 16. Februar 2010

Todsünde (1945)

Die Bestseller-Verfilmung "Todsünde - Leave her to Heaven" war einer der großen Kassenschlager der 40er Jahre. Gene Tierney spielt hier nach Otto Premingers "Laura" ihre wohl beste Rolle, eine durch den Tod ihres Vaters gestörte Frau, deren Liebe und Leidenschaft für den jungen Cornel Wilde (der ihrem Vater sehr ähnlich sieht) in absolute Besessenheit umschlägt. Um ihn für sich alleine zu haben, schreckt sie selbst vor dem hinterhältigen Mord an seinem kranken Bruder nicht zurück.

Allein diese Szene (Tierney schaut seelenruhig zu, wie der Bruder ertrinkt) hat Filmgeschichte geschrieben. Selten wurde eine weibliche Hauptfigur in einem klassischen Hollywood-Melodram gleichzeitig mit so viel Glamour und ebenso viel düsteren Abgründen ausgestattet wie hier. Fasziniert schaut man zu, wie sie liebt, lügt, tötet, sich selbst und alle um sie herum ins Elend stürzt (fast).

Tierney bekam für ihre Darstellung vollkommen zu Recht eine Oscar-Nomninierung, und es ist ein bisschen schade, dass die Regie ein wenig steif und behäbig ist. Ein wahrer Melodram-Künstler wie Douglas Sirk hätte wahrscheinlich ein großes Meisterwerk aus dem Stoff gemacht, so bleibt "Todsünde" etwas altmodische, aber durchaus packende und fesselnde Unterhaltung, die man dank Gene Tierney und der wundervollen Technicolor-Fotografie immer noch genießen kann. Und für alle Kritiker - nein, "Todsünde" ist kein objektiv "guter" Film mit differenzierten Charakteren. Er ist ein mit großem Pinselstrich gemaltes Melodram. Man muss dieses Genre nicht mögen, aber man sollte es nicht dafür kritisieren, was es gar nicht sein will.

08/10

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