Mittwoch, 17. Februar 2010

Tempo (2003)

Der zu recht wenig bekannte TEMPO von 2003 wurde für das kanadische Fernsehen produziert und enttäuscht auf jeder Ebene. Melanie Griffith spielt einen weiblichen "Transporter" in Paris, der illegale Ware für Auftraggeber Malcolm McDowell ins Ausland schafft und nebenbei eine Beziehung zu dem sehr viel jüngeren Hugh Dancy pflegt, der sich seinerseits in die Zufallsbekanntschaft Rachael Leigh Cook verliebt. Als Griffiths aktueller Deal schief geht und sie dringend Geld braucht, spitzt sich das Beziehungsdrama zu...

TEMPO ist nicht nur ein TV-Film, er sieht auch wie einer aus (nicht vom schicken Cover täuschen lassen!) und klingt wie einer. Die Bilder sind flach und langweilig konzipiert, es liegt zu viel Musik über den Szenen, die Dialoge sind bestenfalls Durchschnitt. Schon die Vorspann-Sequenz ist konfus geschnitten und sinnlos verfremdet, macht keine Lust auf mehr, sondern törnt ab. Das Drehbuch kann sich nicht entscheiden, ob es ein Thriller oder ein Beziehungsdrama sein will, beginnt noch recht ansprechend, wird dann aber immer uninteressanter. Regisseur Eric Styles hat keinen Schimmer, wie man Action oder Spannung inszeniert. Alle Thriller-Szenen sind in der Post-Production nachbearbeitet worden, damit sie überhaupt einen Effekt erzielen, ebenso wurden Zeitraffer zwischen den Sequenzen eingefügt, um aufgeregtes Tempo zu suggerieren.
Ich habe mir den Film wegen Melanie Griffith angesehen, die ich sehr schätze, doch kann sie als krimineller Kurier nicht wirklich überzeugen, und die sichtbaren Schönheits-OPs und aufgespritzten Lippen lassen sie oft unansehnlich und älter wirken als sie ist. Ich persönlich finde es sehr traurig, wenn sich Schauspielerinnen so verunstalten und ihre Gesichter keine Regung mehr darstellen können. Ein Lichtblick dagegen Hugh Dancy, der nicht nur schnuckelig anzusehen ist, sondern auch sympathisch und halbwegs glaubwürdig spielt. Das kann man von Rachael Leigh Cook nicht behaupten, die nur auf ihr Aussehen bedacht ist. Sie schmollt, lächelt und rollt mit den Kulleraugen, benimmt sich wie in einer Teenie-Komödie, aber mit Schauspielerei hat das alles nicht viel zu tun. Mich hat sie nach kurzer Zeit genervt. Die Nebenrollen mit Malcolm McDowell (ein langer Weg von Kubricks "Uhrwerk Orange" bis hierher) und Art Malik sind noch am besten besetzt. Man muss TEMPO immerhin zugestehen, dass er mit dem Konflikt "ältere Frau/jüngerer Liebhaber" ein Thema angeht, das wir in dem Genre nicht jeden Tag sehen. Als Thriller aber funktioniert er überhaupt nicht. Kurz gesagt, TEMPO ist ein Film, den man absolut nicht gesehen haben muss, es sei denn, man steht auf einen unbekleideten Dancy, was ja nicht das Schlechteste ist. Ansonsten kann ich ihn niemandem empfehlen.

02/10

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