Dienstag, 16. Februar 2010

Tanz der Vampire (1967)

"Tanz der Vampire" schafft das, was absolut selten ist - er funktioniert als Parodie und Komödie gleichermaßen wie als romantischer Thriller und Horrorfilm.

Als Kind habe ich mich beim Ansehen zu Tode gegruselt und konnte den Humor kaum wahrnehmen, heute kann ich gottseidank auch herzhaft lachen, dennoch jagen mir einige Szenen immer noch eine leichte Gänsehaut ein - immer schön, wenn man sich eine gewisse Naivität bewahrt. "Tanz der Vampire" funktioniert auf so vielen Ebenen und ist so viel mehr als man heute von Horrorfilmen oder Parodien erwarten kann, er schafft eine wunderbare Atmosphäre, hat einen einzigartigen Humor (vielleicht am ehesten vergleichbar mit Woody Allen, aber wozu überhaupt vergleichen?), eine Mischung aus Slapstick, Dialogwitz, Farce und Dutzende von Einfällen, die für mehrere Filme gereicht hätten. Und er lebt von kleinen Gesten und Details - ich liebe die Szene, in der Professor Abronsious vergeblich versucht, die Butter auf sein Brot zu streichen, oder wenn er seine Reisetasche ganz nebenbei mitten auf dem Schachbrett des Grafen abstellt.

Nicht zuletzt ist "Tanz der Vampire" eine großartige Gelegenheit, die Schönheit, Eleganz und Ausstrahlung der tragisch verstorbenen Ehefrau Polanskis, Sharon Tate, zu erleben. Es bricht mir immer noch das Herz zu sehen, wie die Zwei im Film zusammen spielen, bei dessen Dreharbeiten sie sich ineinander verliebt haben... Schon allein aus diesem Grund nimmt "Tanz der Vampire" eine Sonderstellung in der Filmgeschichte ein. Ein zeitloser Klassiker, auch dank der wundervollen, originellen Musik Krzysztof Komedas, die Lichtjahre von der modernen Soundtrack-Berieselung entfernt ist.

10/10

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