Dienstag, 16. Februar 2010

The Purple Rose of Cairo (1985)

Die Geschichte der jungen Kellnerin Emily (Mia Farrow), die in den US-Depressionszeiten unter dem brutalen Ehemann leidet und im Kinosaal für kurze Zeit aus ihrem Alltagsleben ausbricht, bis einer der Leinwandstars von selbiger herabsteigt und in ihr Leben tritt, ist Woody Allens sicher wärmster, positivster und anrührendster Film.

Kein Zynismus ist hier zu finden, der Film ist einfach nur ein bezauberndes Märchen über die Wahrnehmung von Realitäten, unerfüllbare Sehnsüchte (der Kinoheld möchte real sein, während Emily in die Welt der Filme eintauchen möchte, wo alles gefälscht ist) und die Unüberwindbarkeit des Schicksals. Der beste Einfall des Films ist Jeff Daniels, der hier eine Doppelrolle spielt, nämlich besagten Kinoheld und dessen Darsteller, der ebenfalls auf der Bildfläche auftaucht und seine Kunstfigur zurück auf die Leinwand bringen möchte, wo sie hingehört.

Woody Allen holt das beste aus seinen Darstellern heraus - Jeff Daniels war nie wieder so gut wie hier, und Mia Farrow hat die einzigartige Qualität, gleichzeitig Komödie und Tragödie zu tragen. Das Ende des Films passt perfekt, selbst wenn es den Erwartungen des Zuschauers nicht völlig entspricht, aber es ist auf den Punkt genau stimmig.

"The Purple Rose of Cairo" ist schlicht ein Genuss, selbst für Nicht-Fans des Regisseurs, der diesmal nur hinter der Kamera bleibt.

09/10

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