Dienstag, 23. Februar 2010

Prom Night 2 - Mary Lou (1988)

1957 wird das schöne, aber böse Abschlussball-Luder Mary Lou nach einem misslungenen Streich (einer gigantischen Stinkbombe) auf offener Bühne gegrillt. 20 Jahre später fährt ihr Geist in die unschuldige Vicky, die plötzlich ganz böse Dinge anstellt - sie schminkt sich die Lippen blutrot und baggert kurz darauf nicht nur den Pfarrer, den eigenen Vater, sondern auch Mitschülerinnen nackig unter der Mädchendusche an. Überflüssig zu erwähnen, dass einige Mitschüler (und Erwachsene) nebenbei grausig zur Hölle fahren müssen, denn was wäre ein Teenie-Horror ohne tote Teenager?

Positiv zu vermerken ist die Tatsache, dass der Film sich zwar ausgiebig bei den Vorbildern bedient, aber immerhin eine Geschichte erzählt, die auch relativ spannend funktioniert. Das Budget von PROM NIGHT 2 verhindert zwar einen wirklich stilvollen Look, aber über weite Strecken lässt sich der Horrorstreifen gut anschauen. Das liegt auch an der Besetzung aus relativ unbekannten Gesichtern, lediglich "Scanner" Michael Ironside als Schulrektor ist eine feste Größe im Horrorgeschäft und immer gern gesehen.
Einige Einfälle sind äußerst bizarr (ein Spiegel wird zum Tor in eine andere Welt, ein Volleyball versetzt Vicky in ein Spinnen-Netz, eine Mitschülerin wird zwischen Umkleiden zerquetscht), aber fantasievoller als axtschwingende Serienkiller. Die Verwandlung unserer liebreizenden Hauptdarstellerin in eine bösartige Furie mit Vorliebe für 50er-Schlager besitzt durchaus Witz, man hätte aber auf den geschmacklosen Inzest-Subtext verzichten können. Überhaupt verzeichnet PROM NIGHT für einen US-Film ein erstaunliches Maß an Nacktheit und Frivolitäten - so bekommt selbst der Schul-Nerd für die Fälschung der Abschlussball-Wahlergebnisse Oralsex als Gegenleistung von der schlampigen Möchtegern-Prom-Queen. Das alles rückt den Film in die Schmuddel-Ecke, macht ihn aber auch sehr unterhaltsam. Der Schlussgag ist dreist aus Wes Cravens "Nightmare on Elm Street" geklaut. Ein weiterer Gag: Die Charaktere sind sämtlich nach Horror-Regisseuren benannt (Craven, Carpenter, Hooper, etc.). Alle weiteren Sequels des Films kann man sich übrigens getrost sparen.
Ich finde es absolut erstaunlich, dass Ende der 80er niemand mehr an die ausgelutschte Slasher-Formal glaubte, wir aber heute im Jahr 2009 immer noch mit genau diesen Filmen (darunter ein grottenschlechtes Remake des Original-"Prom Night") unentwegt überschüttet werden. Hallo, Fantasielosigkeit.

05/10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...