Dienstag, 23. Februar 2010

Prom Night (1980)

Mit PROM NIGHT versuchte Regisseur Paul Lynch 1980 auf den sensationellen "Halloween"-Zug aufzuspringen und inszenierte einen Teenie-Slasher, der relativ erfolgreich lief, mehrere Sequels und 2008 ein grottenschlechtes Remake inspirierte.
Obwohl er selbst nur die von John Carpenter vorgegebene Formel benutzt, haben sich spätere Slasher auch an PROM NIGHT orientiert. Was den Film aus heutiger Sicht eher zum Trash macht, sind einerseits Leslie Nielsen, der hier als Jamie Lee Curtis' Vater und Highschool-Rektor eine ernste Rolle spielt, und zum anderen der verzweifelte Versuch Lynchs, den Mega-Hit "Saturday Night Fever" gleich mit zu verwursten, was zu vielen unglaublich geschmacklosen Tanzeinlagen und Disco-Lichtern im letzten Akt führt.

Inhaltlich geht es um Altbekanntes: ein Jugendstreich mit tödlichen Folgen lässt eine Gruppe von Schülern kurz vor dem Abschlussball nicht mehr schlafen, denn ein Unbekannter droht mit anonymen Anrufen und Mord. Auf dem Ball kommt es zum spannenden Showdown zwischen Disco-Queen Jamie Lee und dem wahnsinnigen Mörder...

Paul Lynch baut seine Spannung ganz ordentlich auf und streut jede Menge falscher Spuren und haufenweise Verdächtige ein. Tatsächlich kann man kaum erraten, wer sich unter der Skimaske verbirgt, die der Täter neben seinem Hackebeil trägt, und die Auflösung ist ebenso überraschend wie sinnvoll. Im letzten Drittel läuft der Film auf Hochtouren, während besonders im Mittelteil doch immer wieder belanglose Szenen um die farblos gezeichneten Charaktere zu gelegentlicher Langeweile führen.

Es wird natürlich wie üblich etwas gekifft, gefummelt und überlegt, wann man seinen Jungfrauen-Status verlieren sollte oder nicht, das sind die Standards und werden bis heute (leider) kaum variiert. Jamie Lee Curtis trägt den Film als sympathisches Mädel mit düsterer Vergangenheit, und die Zuneigung und Freundschaft zwischen den Figuren wirkt echt und ungekünstelt. Das blonde, verkommene Sexbiest darf natürlich nicht fehlen - wenn schon überall geklaut wird, warum dann nicht auch bei "Carrie"?

Alles in allem ist PROM NIGHT kein Pflichtprogramm und hat deutlich Staub angesetzt - anders als Carpenters "Halloween", dessen Qualität und Kunst ihn eben zu Recht unsterblich machen. Wer einen nostalgischen Horror-Abend mit Filmen seiner Jugend in den frühen 80ern verbringen möchte, der liegt mit diesem Horror/Disco-Mix nicht verkehrt. PROM NIGHT ist übrigens bis auf eine Ausnahme erstaunlich unblutig.

06/10

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