Samstag, 13. Februar 2010

Poseidon Inferno (1972)

Mein Gott, was hatte ich wochenlang für Alpträume, als ich "Poseidon Inferno" als Kind im Fernsehen sah, und auf ein Schiff hat man mich ohnehin nicht mehr gekriegt. Das ist zwar mittlerweile überwunden, aber auch heute noch ist "Poseidon" für mich der beste, weil spannendste und unheimlichste Katastrophenfilm überhaupt.

Regiseur Ronald Neame schafft es tatsächlich, den Film konstant auf hohem Tempo und Hochspannungsniveau zu halten, scheut sich auch nicht vor Ausflügen ins Horror-Genre. Überhaupt ist der umgestürzte Luxusliner nichts anderes als eine klassische "Haunted House"-Geschichte, inklusive Geistern (die kleine Gruppe Überlebender, die im letzten Drittel wie Zombies an den Hauptfiguren vorbeiziehen, beschert mir jedes Mal eine Gänsehaut), tödlichen Fallen und ständiger Bedrohung in der Dunkelheit - tatsächlich spielen nur die ersten 10 Minuten am Tag, danach gibt's (notwendigerweise) bis zum Ende des Films kein Tageslicht mehr zu sehen, was das Ganze noch atmosphärischer macht.
Einen Großteil des Vergnügens leistet natürlich die Ausstattung, welche die Schwierigkeit, alle Sets kopfüber zu entwerfen, großartig erledigt.

ABER "Poseidon Inferno" strotzt auch vor schlimmen Momenten, die stets zum Katastrophenkino dazu gehören. Zu den unfreiwillig komischen Szenen gehört u.a. ein Tauchgang, den Shelley Winters abliefert, und bei dem wir unter Wasser einen Blick auf ihre - schluck - Unterwäsche erhalten! Mein persönlicher Favorit der 10 Dinge, die ich NIEMALS sehen wollte und nie wieder sehen will. Dazu kommt noch Gene Hackman, der als störrischer Priester unendliche Monologe über das Kämpfen hält, schon in seiner ersten Szene herumbrüllt und im folgenden sämtliche Charaktere ununterbrochen ankeift, schließlich sogar Gott persönlich, während er an einem heißen Ventilrad baumelt. Grandios auch Stella Stevens als vulgäre Ex-Hure, die nicht aus ihrer Kabine raus will aus Angst, einer der Matrosen würde sie erkennen.
Alles in allem ist "Poseidon Inferno" wunderbare Unterhaltung, atmosphärisch, spannend, aufregend, mit viel Liebe fürs Detail.

10/10

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