Dienstag, 16. Februar 2010

Pitch Black - Planet der Finsternis (2001)

Als ich "Pitch Black" im Kino sah, war ich maßlos enttäuscht, fand ihn langweilig und unoriginell. Ich habe ihn später noch einmal auf DVD gesehen und musste meine Meinung revidieren, und tatsächlich wird er mit der Zeit und öfterem Sehen immer besser. Vielleicht hat das Genre mittlerweile auch nur noch so viel Schrott zu bieten, weswegen man "Pitch Black" wegen seiner doch positiven Elemente zu schätzen lernt.
Natürlich ist die Story an den Haaren herbei gezogen (dass die Crew ausgerechnet an dem Tag auf dem Planeten notlandet, an dem wirklich nur alle Jubeljahre einmal die Sonne sich verfinstert, und besagte Crew ausgerechnet Vin Diesel, der im Dunkeln sehen kann (wie unendlich praktisch), an Bord hat, ist derartig unwahrscheinlich, dass man nicht weiter drüber nachdenken darf, wenn man den Film genießen will). Und natürlich nimmt sich "Pitch Black" viel zu ernst und zeigt keine Spur von Ironie, obwohl die Geschichte eben so dämlich ist.

Auf der anderen Seite ist der Film visuell einfallsreich und ungewöhnlich, besonders angesichts der Tatsache, dass das Budget minimal ausfiel. Regisseur Twohy arbeitet viel mit verschiedensten Farbfiltern (und Nachbearbeitungen) und schafft so wechselnde Stimmungen und Looks, die man so normalerweise nicht im Mainstream-Kino findet. Der Schnitt ist stellenweise experimentell, Szenen werden zu früh abgebrochen, zu spät angefangen, die Chronologie wird aufgebrochen. So bleibt der Filmrhythmus seltsam beunruhigend und nervös. Das Finale findet natürlich im stockfinsteren Dunkeln statt, und wo jeder andere Film immer noch genügend Licht bieten würde, um alles erkennen zu können, ist hier tatsächlich Schwärze zu sehen (bzw. nix zu sehen, aufgehellt nur durch die Fackeln der Figuren - und die komischen Glühwürmchen in der Flasche - nicht fragen). Das schafft eine starke Atmosphäre und bringt den Zuschauer direkt an den Ort des Geschehens.

Die Besetzung ist ebenfalls 1A, selbst wenn man nicht unbedingt Vin Diesel-Fan ist und seine Grabesstimme schnell lächerlich wirkt, zumal er nicht in der Lage ist, auch nur ein einziges Gefühl oder eine Reaktion darzustellen. Das schadet hier aber gar nicht, denn die Figur, die er zu spielen hat, ist so übertrieben mystisch angelegt, dass er ohnehin nie als Mensch wahrgenommen und eine menschliche Regung nie erwartet wird.
Cole Hauser macht eine interessante Wandlung vom bewaffneten Helden zum feigen Bösewicht durch, und Rahda Mitchell ist eine starke, attraktive, selbstbewusste Heldin, wie man sie oft in B-Filmen findet (und fast nie in A-Filmen, die immer noch Probleme damit haben).

07/10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...