Sonntag, 21. Februar 2010

Peggy Sue hat geheiratet (1986)

Nach mehreren Flops brauchte Regisseur Francis Ford Coppola Mitte der 80er dringend einen Kassenhit und nahm sich des publikumswirksamen Stoffes "Peggy Sue" an. Bei vielen Regisseuren sind solche Verlegenheitsprojekte große Filme geworden ("Bei Anruf Mord" von Hitchcock war zum Beispiel eins), und genau das ist glücklicherweise auch hier der Fall. "Peggy Sue" ist kein Meilenstein der Filmgeschichte, aber einer der schönsten, unterhaltsamsten und emotionalsten Filme von Coppola.
Kathleen Turner (Oscar-nominiert) spielt hier ihre vielleicht beste Rolle. Ihre Reise zurück in die Petticoat-Zeit wird nicht durch Make-Up oder Spezialeffekte erledigt, sondern allein durch ihr Schauspiel-Talent. Dass sie auch in der Vergangenheit wie eine erwachsene Frau und dadurch älter als ihre (zurechtgemachten) Mitschülerinnen wirkt , ist kein Fehler des Films, wie oft konstatiert wurde, sondern eine weise Entscheidung, denn nur so können wir immer mitempfinden, was die reife Figur Peggy Sue erlebt und sehen durch ihre erwachsenen Augen - ganz so, wie wir uns selbst wünschen, zurückzukehren, aber mit dem Wissen von heute. Neben Turner spielt Nicolas Cage eine seiner ersten großen Rollen und ist perfekt besetzt als trotziger, schräger Teenager. In weiteren Nebenrollen tummeln sich Jim Carrey, Catherine Hicks, Joan Allen und die Altstars Don Murray und Barbara Harris als Peggy Sues schrullige Eltern. John Barry hat einen wundervollen Score für den Film komponiert, der die emotionalen und rührenden Momente großartig unterstützt. Visuell hält sich Coppola sehr zurück, er vertraut ganz auf die Komik und die Sensibilität der Geschichte. Ein wundervoll nostalgisches Werk und einer meiner persönlichen Alltime-Favourites.

10/10

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