Samstag, 13. Februar 2010

Opfer einer großen Liebe (1939)

OPFER EINER GROSSEN LIEBE (Dark Victory) war ein großer Erfolg im Jahr 1939, dem besten Filmjahr Hollywoods. Obwohl er neben Mammutwerken wie "Vom Winde verweht" und "Der Zauberer von Oz" relativ klein und bescheiden wirkt, hat er die Zeit gut überstanden. Bette Davis hat ihn immer zu ihren Lieblingsfilmen der Warner-Periode gezählt, und sie war froh, nach mehreren dominanten Luder-Rollen (sie hatte gerade einen Oscar für Jezebel - Die boshafte Lady (Special Edition) erhalten) eine so sympathische und Mitleid erzeugende Rolle zu spielen.

Als lebensfrohe Judith erkrankt die Davis hier an einem Gehirntumor, der von ihrem Arzt (George Brent) diagnostiziert und operativ entfernt wird. Die Prognose allerdings bleibt negativ - Judith wird sterben...

OPFER EINER GROSSEN LIEBE ist großes Gefühlskino, das mit der Realität nicht viel zu tun hat, ein klassisches Melodram, das es leider in der Form nicht mehr gibt (zu viele TV-Serien, Telenovelas und Soaps haben das Melodram als Kunstform zu Grabe getragen). So wird Judiths Tumor anfangs noch recht detailliert diagnostiziert, später werden alle medizinischen Fakten für den dramatischen Effekt über Bord geworfen Das muss man akzeptieren, es fällt aber nicht schwer, denn nicht nur zeigt Bette Davis hier wieder eine überragende Leistung, der Film ist auch hervorragend gemacht, von Max Steiners subtiler Musikuntermalung über Ernest Hallers schnörkellose Kameraführung (beide arbeiteten im gleichen Jahr auch am ungleich gewaltigeren "Vom Winde verweht") bis zu Edmund Gouldings straffer Regie, die den Film von Höhepunkt zu Höhepunkt treibt.

In Nebenrollen tummeln sich neben einer hervorragenden Geraldine Fitzgerald ein leider fehlbesetzter Humphrey Bogart als irischer Stallbursche und Ronald Reagan als ewig besoffener Partyhengst. George Brent ist als große Liebe etwas zu steif und uninteressant, aber schließlich ist das hier die Davis-Show, und die hat ihre eigenen Regeln. Die finalen Szenen sind so unglaublich mitreißend erzählt und großartig gespielt, dass sie heute einen erwachsenen Mann mühelos zum Heulen bringen können. Wenn das nichts ist! Also Taschentücher raus und mitleiden.

Die DVD bietet den Film in annehmbarer Qualität (man sieht ihm das Alter an) und in der alten Kino-Synchronisation. Der englische O-Ton ist ebenfalls vorhanden, Untertitel auch. Als Extras gibt es einen Audiokommentar der Filmhistoriker/Kritiker James Ursini und Paul Clinton (beide große Fans des Films), eine zehnminütige Doku über das fantastische Filmjahr 1939, sowie den Trailer.

10/10

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