Mittwoch, 17. Februar 2010

Norma Jean & Marilyn (1996)

NORMA JEAN UND MARILYN aus dem Jahr 1996 schildert die Stationen aus Leben und Karriere der unvergessenen Marilyn Monroe. Die junge Norma Jean (gespielt von Ashley Judd) will um jeden Preis Karriere machen, der spätere Star Marilyn (Mira Sorvino) aber wird von ihrem jungen Alter Ego verfolgt und zermürbt. Der Reiz des Films liegt in der Doppelung der Marilyn-Rolle, die Judd und Sorvino Seite an Seite agieren lässt.

Der Film soll und will dabei keine faktische Aufarbeitung von Marilyns Leben sein - was ohnehin nach Hunderten Biografien, vermeintlichen Enthüllungen, Halbwahrheiten und Spekulationen um die Leinwand-Göttin sinnlos wäre (man darf wohl sagen, dass niemand die Wahrheit über MM kennt oder je kennen wird, genau das macht sie zur Legende), aber er versucht das Bild eines Weltstars zu zeichnen, der sich nicht von seiner Vergangenheit lösen kann und das Leinwand-Image nicht mit der privaten Persönlichkeit in Einklang bringt. Die Tragik und Konflikte, die daraus entstehen, macht der Film durchaus spürbar.

In erster Linie aber ist NORMA JEAN UND MARILYN sehenswert wegen der fantastischen Darstellerinnen Judd und Sorvino. Natürlich kann niemals eine Schauspielerin die Magie der Monroe einfangen oder wiedergeben, doch zeigen beide hier großartige Leistungen, die der "echten" Marilyn keine Schande bereiten (wie es so viele vorher getan haben). Ashley Judd ist als Norma Jean zielstrebig, karrieresüchtig und eine zwanghafte Perfektionistin, die im weiteren Verlauf beängstigend grausame Züge erhält.
Mira Sorvino gelingt stellenweise eine geradezu verblüffende Ähnlichkeit mit dem großen Vorbild in Aussehen und Sprache (u.a. werden die Dreharbeiten zu "Blondinen bevorzugt" und "Das verflixte 7. Jahr" nachgestellt), sie singt auch die berühmten Monroe-Songs selbst. Beide sind im Zusammenspiel faszinierend zu beobachten, und ihre Kunst lohnt das Ansehen des Films auf jeden Fall. Ich persönlich schätze Ashley Judd und Mira Sorvino sehr und bedaure, dass sie immer seltener die Möglichkeit bekommen, ihr Können zu zeigen. Sorvino tritt seit ihrem Oscar für Woody Allens "Geliebte Aphrodite" zu oft in belanglosen Nebenrollen auf, bei Judd wurde vor Jahren eine bipolare Störung diagnostiziert, wegen der sie weniger Rollen erhält.

Wer also eine "seriöse" Biografie von Marilyn Monroe erwartet, sollte sich lieber anderweitig umsehen (und wird nicht viel finden). Wer die Geschichte als fiktiv akzeptieren kann, obwohl reale Personen dargestellt werden, kann NORMA JEAN UND MARILYN sicher mehr abgewinnen. Ich habe ihn einst zufällig im TV-Nachtprogramm erwischt und bis heute im Gedächtnis behalten.

09/10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...