Dienstag, 16. Februar 2010

Network (1976)

NETWORK ist auch heute noch eine der großen Sternstunden des Hollywood-Films, in praktisch jeder Hinsicht großartig und von einer bösartigen Intelligenz, die man selten im US-Kino findet.
Die Geschichte eines Nachrichtensprechers, der aus Altersgründen ausgemustert werden soll und daraufhin seinen Live-Selbstmord ankündigt, dadurch zu einem bejubelten Propheten des Fernsehens wird, ist von Autor Paddy Chayevsky (HOSPITAL) mit so viel geschliffenen Dialogen und faszinierenden Figuren ausgestattet worden, dass es einem die Sprache verschlägt.
Das Besondere an NETWORK ist unter anderem auch die Tatsache, dass die Schauspieler hier ellenlange Monologe halten dürfen, wie sie kaum im Mainstream-Film vorkommen, und die sind so messerscharf geschrieben und mit vollem Einsatz gespielt, dass man sich fragen muss, was sich heutzutage alles Schauspieler nennen darf. Herausragend in dem Zusammenhang ist Ned Beattys bösartiger Monolog über den Kapitalismus, den er vor einem staunenden Peter Finch hält, welcher wiederum glaubt, er höre die Stimme Gottes. Weiter kann man eine Satire nicht treiben (es sei denn, man ist Stanley Kubrick und inszeniert DR. STRANGELOVE). Finch und Faye Dunaway in einer vollkommen unsympathischen Rolle als TV-Produzentin aus der Hölle, sowie Beatrice Straight erhielten für ihre Leistung den Oscar, ebenso Autor Chayevsky.

Vieles ist in NETWORK Fiktion und Satire, aber die Realität hat die bösesten Fantasien des Films schon eingeholt (wenn auch nicht in letzter Konsequenz). Das ist das wirklich erschreckende an NETWORK. Ein Meisterwerk auf jeder Ebene - schwarze Komödie, politische Anklage, grandioser Schauspielerfilm, spannendes Drama, alles in einem. Was will man mehr?

09/10

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