Dienstag, 16. Februar 2010

Mörderisch (1961)

Regisseur William Castle war berühmt dafür, sein Vorbild Hitchcock ständig übertreffen zu wollen, sowohl in filmischer wie auch Marketing-technischer Hinsicht. Leider fehlte ihm das Talent des großen Meisters, aber dennoch hat er hat ein paar wirklich hübsche Imitationen geschaffen. "Mörderisch - Homicidal" ist davon die Beste.

Wie Hitchcock in seinen TV-Shows präsentiert auch Castle vorab den Film persönlich, der so sehr an "Psycho" angelehnt ist, dass die Parallelen nicht zu übersehen sind. Der mysteriöse Beginn im Hotel, dann ein überraschender Mord, der völlig unerwartet kommt, ein langweiliges Pärchen, das auf die Spur der Mörderin kommt, und schließlich eine vollkommen verblüffende Schlusspointe.

Die Story (leicht konfus): die junge und schöne Emily, die in einer kleinen Stadt als Pflegerin einer alten stummen Dame arbeitet, ist in Wirklichkeit eine eiskalte Mörderin und hinter einem Erbe her. Dafür schreckt sie vor nichts zurück. Und sie hat ein weiteres schreckliches Geheimnis, das noch aus Kindertagen stammt...

Der besondere Gag des Films: 10 Minuten vor Schluss wird die "Angstuhr" eingeblendet, die noch aus der alten Kinoauswertung stammt. Jeder Angsthase, der die Spannung nicht aushielt, durfte an dieser Stelle offiziell das Kino verlassen und bekam sein Geld zurück (hat natürlich kaum jemand genutzt). Trotz vieler Schwächen (einige Darsteller sind nicht überzeugend, viel Unlogik, besonders was die stumme Hausherrin betrifft) und sehr viel Übertreibung ist "Mörderisch" mörderisch unterhaltsam, stellenweise unfreiwillig komisch und mit einigen extrem spannenden Momenten. Trash-Grusel vom Feinsten. Ein kleiner Geheimtipp!

09/10


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