Montag, 15. Februar 2010

Mitternachtsspitzen (1960)

In dem Thriller MITTERNACHTSSPITZEN (Midnight Lace) aus dem Jahr 1960 wird Doris Day als amerikanische Ehefrau eines Londoner Geschäftsmannes (Rex Harrison) von einem mysteriösen Fremden zunächst mit anonymen Anrufen, Drohungen und schließlich Mordanschlägen bedroht. Ist es nur ein Psychopath, der ihr ans Leben will, oder hat jemand in ihrem Umfeld gute Gründe, sie beseitigen zu wollen...?

MIDNIGHT LACE gehört zu den Filmen, die sich deutlich bei Alfred Hitchcock anlehnen, obwohl der Meister des Thrillers sich nie für reine Whodunits interessiert hat, zu denen MIDNIGHT LACE zweifellos gehört. Die Frage nach dem Täter steht hier im Vordergrund. Obwohl die Liste der Verdächtigen praktisch endlos ist, kann man als Zuschauer schnell ahnen, wer hinter der unbekannten Stimme steckt, die Doris Day in Panik versetzt. Doch das schadet dem Film nicht, er bleibt hochspannend und überraschend bis zum aufregenden Finale, in dem Doris Day über ein Baugerüst dem Killer entkommen muss.

Die beste Sequenz kommt gleich zu Beginn, als der Unbekannte Doris Day im Londoner Nebel auflauert. Das Ensemble ist hervorragend. In Nebenrollen agieren John Gavin als freundlicher, aber neurotischer Bauleiter, die Hollywood-Ikonen Myrna Loy (mit den besten Dialogen des Films) und Herbert Marshall sowie Roddy McDowall und Hitchcock-Stammschauspieler John Williams (BEI ANRUF MORD) als ermittelnder Scotland Yard-Beamter. Doris Day neigt zwar in MIDNIGHT LACE gelegentlich zur Übertreibung (ganz besonders wenn sie im Fahrstuhl feststeckt), doch ist sie als ängstliches Opfer sehr gut gegen ihren Typ besetzt und hat die Sympathien durchgehend auf ihrer Seite. Alles in allem ist MIDNIGHT LACE vielleicht kein großer Film, aber beste, spannende Unterhaltung mit tollen Schauspielern, und ein Film, den man immer wieder sehen kann, weil er einfach Spaß macht. Ganz besonders an nebligen Abenden...

10/10

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