Dienstag, 16. Februar 2010

Minority Report (2003)

"Minority Report" hat leider dasselbe Problem vieler Spielberg-Filme (bestes Beispiel "A.I.") - bis zur Hälfte ist er ein visionäres, brillantes Sci-Fi-Action-Spektakel mit Tempo, unglaublichem Aufwand und inhaltlich interessanten Themen (Was darf der Rechtsstaat?), nach der Hälfte verliert er an Spannung, Glaubwürdigkeit und bricht unter der Last der vielen aufgeworfenen Fragen fast zusammen, bis dann die Lösung aller Probleme mal wieder im Heil der Familie gesucht wird, die Spielberg über alles geht. Sämtliche ethischen Probleme, die angesprochen wurden, werden vernachlässigt, und die Logik leidet derart, dass die Auflösung des Verbrechens, um das es die ganze Zeit geht, nur durch extreme Idiotie des Bösewichts (dessen Identität hier nicht verraten werden soll) herbeigeführt werden kann, die im Rückblick bzw. beim zweiten Sehen des Films überhaupt keinen Sinn mehr macht, weil er eine inhaltliche Regel des Films einfach missachtet.

Zudem besteht die Gefahr, vom Material förmlich erschlagen zu werden, d.h. es gibt vor lauter Aufwand und Bombast einfach keinen Raum für eigene Interpretationen oder Fantasie.
Fürs einmalige Sehen lohnt sich "Minority Report" auf jeden Fall, wenn man bereit ist, mehrere Längen hinzunehmen. Tricktechnik und Production Values sind auf höchstem Niveau, die Darsteller überzeugen durchaus in ihren Rollen (wobei Colin Farrell in seiner Nebenrolle einen weitaus interessanteren Part hat als Cruise).

05/10

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