Dienstag, 16. Februar 2010

Menschen im Hotel (1932)

"Menschen im Hotel" gilt heute noch immer als einer der ganz großen Filme des alten Hollywood, in denen sich die übermächtigen Stars von damals die Klinke in die Hand geben - Garbo, Crawford, Barrymore... Wie funktioniert er heute?

Ehrlich gesagt muss man feststellen, dass die Zeit ganz schön an dem Edelschinken genagt hat, so wunderbar die Ansammlung von Filmgöttern auch sein mag. Andere Filme aus der Zeit haben besser überlebt.
Vieles in "Grand Hotel" ist noch sehr dem Stummfilm verhaftet, vom übertriebenen Spiel einiger Darsteller bis zum unvorteilhaften Make-Up. Die Geschichten der Hotelgäste kommen über ein Groschen-Niveau leider auch nicht hinweg, von inhaltlicher Tiefe kann hier also keine Rede sein. Dazu ist der Film noch deutlich zu lang und stellenweise erschreckend naiv (der "Einbruch" von Barrymore in Garbos Suite und sein späterer Tod sind geradezu albern).

Was ist positiv? Jeder Film mit der "göttlichen" Greta Garbo ist ein Erlebnis, auch wenn sie für die Rolle der russischen Ballerina eigentlich zu alt, groß und steif war. Wenn Garbo spielt, ist das alles egal. Sie ist die Verkörperung von Film-Magie. Die junge Joan Crawford überzeugt in einer überraschend modernen Rolle. Sie hat auch mit Abstand die besten Dialoge des Films und spielt mit Witz, Sex, Tempo und Frische. Alles andere ist leider zu angestaubt, um heute noch zu überzeugen.

07/10

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