Mittwoch, 17. Februar 2010

Mach's noch einmal, Sam (1972)

Für MACH'S NOCH EINMAL, SAM aus dem Jahr 1972 adaptierte Woody Allen sein eigenes Broadway-Stück, die Regie des Films übernahm Herbert Ross, trotzdem fühlt sich die Komödie voll und ganz wie ein Woody Allen-Film an, und das ist auch gut so.
In dieser ersten Leinwand-Paarung von Allen mit Diane Keaton und Tony Roberts (beide ebenfalls aus der Broadway-Aufführung übernommen) zeigen sich bereits sämtliche Neurosen, Albern- und Weisheiten, die zum Markenzeichen wurden. Die Handlung beschreibt Woodys verzweifelte Versuche, eine Partnerin zu finden, leider aber verliebt er sich in die Frau seines besten Freundes. Begleitet wird das Liebeswerben von seinem Idol Humphrey Bogart, der Woody die richtigen Tipps gibt, bei Frauen zu landen...

Wie der Titel schon sagt, ist MACH'S NOCH EINMAL, SAM neben der typischen Beziehungsproblematik eine Hommage an "Casablanca", der Film lebt aber in erster Linie von den skurrilen Charakteren mit ihren Lebensängsten und Marotten. In einer ebenso umwerfend komischen wie realistischen Passage bereitet sich Woody auf sein erstes Blind Date mit Jennifer Salt vor, und seine Nervosität überträgt sich beängstigend auf den Zuschauer. Man mag gar nicht mehr hinsehen, in wie viele Fettnäpfe Woody noch tritt, das ist gleichzeitig große Komödienkunst und präzise Beobachtung menschlichen Verhaltens - also genau das, was die besten Allen-Filme auszeichnet. Ein Beispiel für den Dialogwitz des Films: bei einem Date mit einer sehr düsteren Dame im Museum fragt er: "Was machen Sie Samstag Abend?" Darauf sie: "Da werde ich mich umbringen". Darauf er: "Wie wär's dann Freitag Abend?"

Nicht zuletzt ist Diane Keaton in diesem Film ganz besonders liebenswert. MACH'S NOCH EINMAL, SAM war ein großer internationaler Kinohit und brachte Woody Allen nach den ersten frühen Slapstick-Komödien einen Durchbruch beim Mainstream-Publikum.

08/10

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...