Montag, 15. Februar 2010

Machen wir's in Liebe (1961)

Die Story: ein Multimillionär und berüchtigter Frauenheld (Yves Montand) soll in einer Off-Broadwayshow karikiert werden. Bevor er die Show aber gerichtlich stoppen lässt, verliebt er sich in eine der Darstellerinnen (Marilyn Monroe, die in der Originalfassung Ramona heißt, in der deutschen Synchronfassung aber Amanda, weil...hm...warum eigentlich?) und lässt sich als sein eigener Doppelgänger engagieren.

LET'S MAKE LOVE wird oft als schlechtester Film von Marilyn Monroe bezeichnet, und dafür gibt es Gründe. Gerade nach dem Riesenerfolg der vielleicht besten Filmkomödie aller Zeiten (Billy Wilders "Manche mögen's heiß") entstanden, wirkt LET'S MAKE LOVE auf den ersten Blick etwas staubig und uncharmant. Yves Montand spielt äußerst gewöhnungsbedürftig in seinem ersten amerikanischen Film (man merkt, dass er sich nicht ganz wohlfühlt, sein Englisch ist indiskutabel), und die Gastauftritte von Stars wie Gene Kelly, Bing Crosby und Milton Berle sind reine Angebereien, sie tragen nichts zur Filmstory bei. Man wundert sich, dass ein so auf Frauen spezialisierter Regisseur wie George Cukor (er hatte seine beste Zeit hinter sich) so uninspiriert Regie führt. Das Drehbuch ist nur selten witzig und die meiste Zeit geschwätzig. Allein der ewig lange Prolog, in dem die Familiengeschichte der von Montand gespielten Figur uninspiriert heruntergebetet wird, lässt ahnen, welch zähes Werk auf einen zukommt.

Marilyn, die zuvor in "Bus Stop" und "Der Prinz und die Tänzerin" gezeigt hatte, dass sie eine ausgezeichnete Komödiantin ist, muss erneut die dümmliche Blondine spielen. Glücklicherweise hat sie diese Rolle so perfektioniert, dass sie als Schauspielerin immer darüber steht und sich nie zum Opfer von hinterhältigen Witzen degradieren lässt. Als Ramona/Amanda strickt sie, um die Nerven zu beruhigen (ohne zu wissen, was am Ende dabei herauskommt) und geht zur Abendschule, um auch mal mitreden zu können. Ihre Rolle ist praktisch ein großes Nichts. Dass Marilyn und Montand während der Dreharbeiten eine Affäre hatten, merkt man in keiner Minute, sie haben praktisch keine Chemie miteinander. Überhaupt sieht MM hier stellenweise nicht gut aus, wirkt übermüdet und künstlich. Kostümbildnerin Dorothy Jeakins kleidet sie in unmögliche Garderobe, in der sie ständig wie nackt aussieht.

Das Gute: Marilyns Shownummern - insbesondere das berühmte "My Heart Belongs to Daddy" und mein persönlicher Favorit "Specialization" - sind legendär und lohnen das Ansehen alleine. Der Rest ist eine überlange, müde Komödie ohne Esprit.

05/10

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