Montag, 15. Februar 2010

Lustige Sünder (1936)

Nicht so berühmt wie einige der zeitgleich entstandenen Hollywood-Komödien ist LUSTIGE SÜNDER (The Libeled Lady) aus dem Jahr 1936 doch eine der witzigsten und temporeichsten klassischen Komödien und bietet neben viel Wortwitz eine wahrhaft umwerfende Starbesetzung. Die Story: Millionärstochter Myrna Loy verklagt die Zeitung von Spencer Tracy wegen Verleumdung. Um sie davon abzubringen, entwickelt er mit seiner Verlobten Jean Harlow und dem heruntergekommene Ex-Reporter William Powell einen raffinierten Plan...

Wie schief dieser Plan geht als die wahre Liebe ins Spiel kommt, und was für verrückte Wendungen der Film nimmt, davon sollte sich jeder selbst ein Bild machen. Das Drehbuch ist zwingend logisch aufgebaut und glänzt vor allem durch seine Unvorhersehbarkeit. Tatsächlich ist bis zum Finale nicht klar, wer hier am Ende wen kriegt, und auf welche Art. So ist LUSTIGE SÜNDER nicht nur unglaublich komisch, sondern auch spannend bis zum Schluss - und ganz großes Starkino.

Der junge Spencer Tracy ist ein herrlicher Unsympath, Jean Harlow, die tragischerweise nur ein Jahr nach diesem Film verstarb, ist eine wunderbar schlecht gelaunte, ewig meckernde Verlobte in ihrem besten Film (neben DINNER AT EIGHT). Myrna Loy und William Powell, die auch in den "Dünnen Mann"-Filmen brillierten, beweisen hier wieder einmal ihre wunderbare Chemie und perfektes komödiantisches Timing.

Die Sequenz, in der Powell versucht, eine Forelle zu fangen (er gibt vor, ein leidenschaftlicher Angler zu sein) und dabei von einer Katastrophe in die Nächste gerät, gehört zu den Sternstunden der Filmkomödie (Howard Hawks nahm diese Szene zum Anlass für seinen später entstandenen "Ein Goldfisch an der Leine"). LUSTIGE SÜNDER stammt aus einer Zeit, als die glamourösesten Stars gleichzeitig auch die besten Schauspieler waren (das ist heute nicht mehr unbedingt der Fall), und es ist bewundernswert, in welchem Tempo und mit welcher Überzeugungskraft das Ensemble die geschliffenen Dialoge vorträgt. Den größten Lacher hat Spencer Tracy, der von Myrna Loy gefragt wird, ob er nicht etwas vergessen habe - womit Jean Harlow gemeint ist, die neben ihr steht und auf eine Liebeserklärung wartet. Tracy aber antwortet: "Ach ja, mein Hut!".

09/10

1 Kommentar:

  1. Zu Harlows besten Filmen zähle ich aber auch unbedingt "Red Headed Woman" und eigentlich auch "Red Dust". Kann ich Dir nur empfehlen!

    LG, Pia

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