Mittwoch, 17. Februar 2010

The Lost Boys (1987)

Die Story: Dianne Wiest zieht nach der Scheidung mit ihren Jungs Jason Patric und Corey Haim in ein verträumtes Küstenstädtchen, das von einer coolen Vampirbande - angeführt von Kiefer Sutherland - terrorisiert wird. Als Patric sich in dessen Geliebte, die reizende Jamie Gertz verliebt, muss er wohl oder übel der Gang beitreten, kurz darauf verträgt er feste Nahrung und Sonnenlicht nicht mehr allzu gut. Grund genug für das Brüderchen, sich nach ein paar Vampirjägern umzusehen, um die Brut des Bösen zur Hölle zu schicken...

Regisseur Joel Schumacher folgte 1987 einem Kino-Trend, den klassischen Vampirfilm für die Teenager-Zielgruppe neu aufzubereiten und schuf eine harmlose Variante von Kathryn Bigelows "Near Dark" mit deutlich mehr Humor und Zugeständnissen an das MTV-Publikum. Herausgekommen ist ein sehr unterhaltsamer, bunter Popcorn-Mix, der nicht lange im Gedächtnis bleibt, der aber für seine Lauflänge sehr gut unterhält und heute einen gewissen Kultstatus besitzt.
THE LOST BOYS bietet eine attraktive Besetzung, einen klasse Soundtrack sowie viele Genre-Zitate. Unter der Oberfläche erzählt Schumacher auch von der 80er-Jugend und Scheidungskindern, die nach Halt und Zugehörigkeit, einer Ersatzfamilie, suchen und dabei vom "rechten Weg" abkommen. Die Parallelen zwischen Vampirismus und Drogensucht wurden häufig im Genre thematisiert (etwa in Romeros "Martin"), hier darf man diese Bezüge ebenfalls feststellen. Spätestens mit Einführung der beiden Comic-Fans und Teenie-Vampirjäger Edgar und Alan (!) Frog (Corey Feldman und Jamison Newlander) jedoch verliert THE LOST BOYS jeden ernsten Ansatz und blödelt fröhlich herum. In der vielleicht besten Szene drangsalieren sie erfolglos den mutmaßlichen Ober-Vampir - den netten Videotheken-Besitzer Edward Herrmann - mit Knoblauch, Kreuzen und Weihwasser, während er ein romantisches Dinner mit Dianne Wiest verbringt. Corey Haim hat als zickiger Großstadt-Teenager, der blonde Strähnchen und schrillste Outfits trägt (wie ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Born to Shop") die meisten Lacher auf seiner Seite, ganz besonders, wenn er von seinem eigenen Bruder Jason Patric in der Badewanne terrorisiert wird. Die wunderbare Dianne Wiest bekommt dagegen leider zu wenig Raum zur Entfaltung und muss stets die besorgte Mutter spielen.
Die finale Vampiraustreibung überzeugt mit hervorragenden Spezialeffekten und einer Menge Spannung, die schlussendliche Pointe allerdings ist selten dämlich. Echter Horror oder Grusel stellen sich zwar im gesamten Film nicht ein, und die Vampir-Zitate erreichen nie die Intelligenz eines "Die rabenschwarze Nacht", aber dennoch kann ich THE LOST BOYS für Freunde leichter Horror-Unterhaltung und 80er-Nostalgiker empfehlen.

06/10

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