Montag, 15. Februar 2010

Liebling, ich werde jünger (1950)

LIEBLING, ICH WERDE JÜNGER erzählt von dem etwas zerstreuten Wissenschaftler Barnabas Fulton (herrlich trottelig: Cary Grant), der nach einem Verjüngungs-Serum forscht und nicht merkt, dass einer seiner Versuchs-Schimpansen heimlich die richtige Formel zusammengestellt hat. Als sich der biedere Professor plötzlich verjüngt, gerät eine Kette von absurden Verwicklungen in Gang, in deren Verlauf das Mittel schließlich ins Trinkwasser gerät und das gesamte Ensemble zu Kleinkindern (im Geiste, nicht körperlich) mutiert...

Spätestens hier kann man den Film mit "zuviel des Guten" beschreiben. Darüber hinaus aber ist LIEBLING, ICH WERDE JÜNGER eine urkomische Farce auf Höchst-Tempo, inszeniert vom Spezialisten für eben solches, Howard Hawks. Cary Grant wiederholt hier seine Rolle aus Hawks' "Leoparden küsst man nicht", zur Seite stehen ihm so brillante Komödianten wir Ginger Rogers (ohne Fred Astaire tanzend an ihrer Seite auch eine hervorragende Schauspielerin), Charles Coburn und Marilyn Monroe in einer Nebenrolle kurz vor ihrem großen Durchbruch mit "Niagara". Der größte Insider-Witz des Films liegt bei ihr, denn sie - die so oft die dümmliche Blondine spielen musste - ist hier die einzig vernünftige Figur im kompletten Ensemble.

Nichtsdestotrotz ist sie wie immer hinreißend anzuschauen und hat keine Hemmungen, Cary Grant gleich in ihrer ersten Szene die schönen Beine zu zeigen, um seine letzte Strumpf-Erfindung zu loben. "Sie ist doch noch ein halbes Kind", sagt Grant über Monroe, und die eifersüchtige Rogers erwidert "Aber nicht die sichtbare Hälfte". Howard Hawks hat großen Spaß daran, seine erwachsenen Hauptdarsteller wieder zu inneren Teenagern zu machen, die sich mit Farbe bekleckern, Indianer spielen und sich unreife Schlagabtausche liefern.

Die Dramaturgie funktioniert ausgezeichnet - zunächst wird Grant zum Teenager, dann Rogers, dann beide gleichzeitig, und schließlich die gesamte Chefetage - bis sogar Charles Coburn mit einem Soda Syphon kindisch hinter Marilyn herjagt. Wie schon erwähnt, dreht Hawks im letzten Akt einmal zu viel an der Humorschraube und übertreibt maßlos (Rogers glaubt alles Ernstes kurz, Grant hätte sich in ein Baby zurückverwandelt, was der inneren Logik nach vollkommen absurd ist), er verliert auch seinen durchaus ernsten Ansatz (was gewinnen wir, wenn wir wieder jung sein können, und was verlieren wir? Ist Jugend wirklich nur eine Frage des Alters?) vollständig aus den Augen.

Aber bis dahin ist LIEBLING, ICH WERDE JÜNGER eine klasse Komödie, aberwitzig, rasant, mitreißend erdacht und gespielt. Kein großer Klassiker wie "Leoparden küsst man nicht", aber für Fans von Hawks, Grant oder Monroe ein Muss.

08/10

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