Mittwoch, 17. Februar 2010

Lemming (2005)

LEMMING (Lemming) ist einer der Mystery-Geheimtipps der letzten Jahre, ein düsterer, leiser Thriller, der wie ein banales Ehedrama beginnt, sich zum Psycho-Thriller entwickelt und schließlich als Geistergeschichte und alptraumhafter Horror endet.

Der Film überrascht immer wieder durch die unvorhersehbaren Wendungen. Regisseur Dominik Moll gelingt es, eine subtile und immer packendere Atmosphäre der Spannung zu erzeugen, ohne jemals zu äußerlichen Mitteln zu greifen Die Filmmusik ist extrem sparsam, es gibt keine extravaganten Kamera-Einstellungen, keinerlei Action, und die Verschmelzung von Traum und Realität hat immer einen logischen Hintergrund. In der Ruhe liegt "Lemmings" Kraft - sogar in der einzigen Szene, die einen wuchtigen Soundeffekt bieten müsste, herrscht hypnotische Stille.

Ausstattung und Kamera sind kühl, beobachtend, abwartend. Die Kamera schaut den Darstellern zu, und die tragen den Film hervorragend, allen voran die wunderbare Charlotte Rampling (die sich besonders in den letzten Jahren immer nur die besten Rollen in europäischen Filmen aussucht - von Ausnahmen wie "Basic Instinct 2" (2006) abgesehen, mit denen sie ihrer Vorliebe für kleine künstlerische Filme finanziert), die sich unerwartet früh aus dem Film verabschiedet, deren Präsenz aber bis zum Schluss nachwirkt.

Es ist zu hoffen, dass der Film auf DVD viele Freunde findet, die keine Berührungsängste mit europäischen Filmen haben und auch Langsamkeit ertragen. Filme wie "Lemming" sind als Gegenpol zum Mainstream-Kino so ungeheuer wichtig. Sie befreien den Kopf und regen zum Mitdenken an, während sie gnadenlos spannend unterhalten.

08/10

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