Dienstag, 16. Februar 2010

Königin Christine (1933)


Viele von Greta Garbos Filmen werden allein durch ihre Präsenz und Darstellungskunst unvergesslich, doch "Königin Christine" - eine ihrer berühmtesten Rollen - überzeugt auch als erstklassiges Filmwerk. Von historischer Wahrheit weit entfernt, spielt die Garbo hier eine Figur die sich zwischen Loyalität und Gefühl entscheiden muss.
Zu den Höhepunkten des Films zählt die Begegnung Garbos mit John Gilbert als spanischem Botschafter in einem Wirtshaus, der daraus folgenden Liebesnacht und dem anschließende Morgen, an dem die in Liebe erwachte Königin förmlich durchs Zimmer schwebt und sämtliche Gegenstände und Details des Raums berührt und atmet. Diese Nacht, in der sich ihr ganzes Leben änderte, soll nie vergessen werden. Um die sinnlichen Liebeszenen zwischen Garbo und Gilbert an der Zensur vorbeizuschmuggeln, wird die knisternde Erotik in stark suggestiven Bildern eingefangen, etwa wenn Garbo lasziv an Weintrauben nascht. Verstärkt wird der Effekt durch den pikanten Drehbuch-Einfall, dass Gilbert die Königin irrtümlich für einen Mann hält und daraufhin das Zimmer mit ihr teilt. Garbo verkörpert die Königin auf ihre unvergleichliche Art in einer Mischung aus Würde, Stolz und tiefster Zerrissenheit. Unvergessen ist die Schlusseinstellung, in der Kameramann William Daniels Garbos Gesicht für eine wunderbare Ewigkeit einfängt. Auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft drückt sie allein mit ihren Augen alles aus, was sie bewegt und was sie zurücklässt. Meisterhaft!

09/10

1 Kommentar:

  1. Meisterhaft in der Tat! Ein wundervoller Film, den man wirklich immer wieder sehen kann. Die Göttliche ist hier absolut hinreißend!

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