Samstag, 20. März 2010

KIlling Me Softly (2001)

Der erotische Thriller KILLING ME SOFTLY (Killing me Softly) ist so übertrieben, naiv, altmodisch und unfreiwillig komisch, dass er fast schon das Zeug zum Kultfilm hat. Man staunt, dass so ein Schmachtfetzen überhaupt den Weg in die Kinos gefunden hat, denn die Zeit dieser "Basic Instinct"-Nachahmer war 2001 schon lange vorbei. Er war aber auch der vielleicht letzte seiner Art. Heute würde KILLING ME SOFTLY gerade mal als DVD-Premiere erscheinen oder im Pay TV versendet werden.

Der Plot ist schnell erzählt: CD-ROM-Designerin Heather Graham (die über ihren Beruf sagt "Ach, das ist halb so aufregend wie es klingt", und das kann man laut sagen!) lernt den Bergsteiger Joseph Fiennes kennen, beide reißen sich die Kleider vom Leib, und sie verlässt nach ein paar heißen Nächten ihren Freund - der es verdient hat, denn er sieht sich Fußball im Fernsehen an, wenn sie reden möchte. Sie bekommt einen romantischen Heiratsantrag über den Resten eines Straßenräubers, den Fiennes gerade zu Hackfleisch geprügelt hat (sie steht auf Kerle, die auch zuschlagen können. Frauenfeindlich? Egal), dann erhält sie geheimnisvolle Briefe, in denen steht, dass er ein Mörder sein könnte. Aber ist er auch einer?

Warum die anonyme Person keine weiteren Hinweise gibt und Heather in den kommenden 90 Minuten alles selbst herausfinden muss? Weil sonst der Film nach 15 Minuten vorbei wäre. Soll ja ein Thriller sein. Wer den wahren Mörder nicht gleich beim ersten Auftritt erkennt, hat wahrscheinlich noch nie einen Film in seinem Leben gesehen. Heather Graham spielt ihre Figur mit dem liebenswerten Reh-in-Scheinwerfer-Blick und präsentiert so oft wie möglich ihre hübschen Brüste, Fiennes besticht vor allem durch das Body Workout, das er sich angetan hat. Hat sich gelohnt, möchte ich sagen. Knackig anzuschauen sind die beiden auf jeden Fall. Wenn der Thriller auch sonst nichts zu bieten hat, sexy ist er. In der Hochzeitsnacht probieren Fiennes und Graham übrigens eine Sexpraktik mit Seilen, Laken und Kerzen aus, zu der eigentlich ein Warnhinweis nötig wäre - bitte nicht zu Hause nachmachen!

Wer "9 1/2 Wochen" mit Krimi-Einlagen mag, wird begeistert sein. Und wer einen gelungenen Party-Video-Abend mit Freunden haben will, dem sei "Killing Me Softly" absolut ans Herz gelegt. Ich mag den trotz und wegen seiner haarsträubnenden Schwächen sehr gerne, weil ich ein Faible für dieses Genre habe, das weißgott nicht viele gute Filme hervorgebracht hat. Ein "Sea of Love" (1989) kommt eben nur alle paar Jahre mal vorbei.

08/10 (objektiv 04/10)

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