Dienstag, 16. Februar 2010

Katzenauge (1985)

Gut - geht so - grauenvoll.

So ungefähr kann man die Qualität der drei Episoden von "Katzenauge" nach Kurzgeschichten von Stephen King am besten beschreiben.

Die erste Episode "Quitters, Inc." ist tatsächlich brillant, voll verschlagenem Witz und Bösartigkeit. Raucher James Woods will endlich seine Sucht bekämpfen und sucht das dubiose Unternehmen "Quitters, Inc." auf, dessen Chef Alan King zu sehr merkwürdigen Methoden greift. Nicht nur wird James Woods auf Schritt und Tritt beobachtet (sogar von hartgekochten Eiern auf einer Party), bei jedem Rückfall muss seine Familie leiden...
Die Episode profitiert unglaublich von James Woods, der hier eine sehr witzige Vorstellung zeigt, sie ist zudem die bei weitem originellste des Films und bietet hübsch gemeine Ideen am Fließband.

In der zweiten Episode wird Tennisprofi Robert Hays vom Gatten seiner Geliebten gezwungen, einmal außen um die Fassade eines Wolkenkraters herumzuklettern, andernfalls wird die Polizei Drogen bei ihm finden. Die Klettertour wird auf ganz besonderendere Weise "interessant" gemacht...
"The Ledge" fängt belanglos an, wird dann relativ spannend, fällt aber auch schnell wieder ab, zumal es ihr deutlich am Humor der ersten Episode mangelt. Dafür gibt es ein nettes Hitchcock-Zitat, wenn eine aufdringliche Taube an Hays' Knöchel herumpickt.

Die dritte und schwächste Geschichte schließlich ist eine kindische "Gremlins"-Variante. Ein bösartiger Troll lebt unter dem Haus einer netten Familie, aber niemand glaubt der kleinen Tochter (Drew Barrymore). - Die Episode leidet unter schlechten Tricks und einem blödsinnigen Finale (das kleine Monster wird auf dem Plattenspieler "zu Tode gespielt").

Die Rahmenhandlung von "Katzenauge" (eine Katze läuft durch die Stadt, um den Troll der dritten Episode zu bekämpfen und wird mehrfach aufgehalten) ist so la la, mit einigen guten Insider-Gags (es tauchen kurz Cujo und Christine auf). Drew Barrymore spielt darin ebenfalls mit, und auch in der ersten Episode ist sie als James Woods' zurückgebliebene Tochter kurz zu sehen, die vom Papa eine "Norma Jean"-Puppe erhält, komplett mit Adoptionspapieren.

Fazit: Zwanzig Minuten beste Unterhaltung, der Rest ist zum Vergessen.

05/10

Kommentare:

  1. Hallo Mathias,

    im Prinzp mag ich Anthologie-Filme genauso wie Du. Nur muss ich immer wieder feststellen, dass die Zusammensetzung der einzelnen Geschichten, vor allem wenn von verschiedenen Regisseuren gefertigt, häufig nicht passt, so nach dem Motto 'Man mische Gutes mit Schlechtem und der Film wird wenigstens passabel'.

    So finde ich bei Deinem geliebtem ASYLUM weder die Schneider- noch die Zwillingsgeschichte besonders gelungen.

    Als begeisterter Nichtraucher würde ich allein der ersten Story 'Quitters Inc.' einen Oscar verleihen. Radikale Tierfreunde sehen das sicherlich anders. Auch die zweite Story hat noch genug Drive und Boshaftigkeit um bis zum Ende zu unterhalten. Schliesslich rollt da noch (leider kaum sichtbar) ein Kopf ! Bei der dritten Story degeneriert sich der Film um ein knuddliges böses kleines Monster ein bischen in die Kinderstunde zurück. Schade !

    Also, ein bischen länger als 20 Minuten kan man ruhig zuschauen, aber en gros stimme ich Deiner Rezension zu.

    Gruss

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  2. Hallo Ralf,
    da gebe ich Dir gern recht, man kann sich schon mehr als 20 Minuten gut unterhalten (habe dank Deines Kommentars die Rezension noch enmal aufgehübscht, sie gehörte zu meinen allerersten Kurz-Rezensionen), der Kopf könnte aber wirklich länger im Bild sein.

    Ich kenne auch keinen Anthologie-Film, bei dem alle Episoden gleichermaßen begeistern, ich finde auch bei meinem geliebten "Asylum" die Schneider-Episode schwächer als die anderen (die Zwillinge mag ich hingegen sehr gern).
    Wie findest Du Romeros "Creepshow"?

    Gruß von Mathias

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  3. Hallo Mathias,

    also in CREEPSHOW könnte ich mich reinknien vor lauter köstlich-schwarzem Humor und den (für damalige Zeiten) herrlich grellen Special Effects. Leider wurde die deutsche DVD (wie seinerzeit auch auf VHS) um die falsche Geschichte gekürzt. Für mich hätte man auf die schwächste der 5 Stories, die über Jordie Verrill, verzichten können. Wohl dem, der R1-Scheiben sehen kann ! Ich glaube damals im Kino hat sogar das weibliche Publikum applaudiert, als Henry seine Wilma an die Kiste lotste und ihr empfahl : "Sag ihm, er kann dich Billie nennen !" Mampf !!

    CREEPSHOW 2 ist mit drei etwas ausgewalzten Stories dagegen deutlich lahmer geworden, aber das Kapitel 'Der Anhalter' ist ebenfalls sehr starker Tobak und macht auch diesen Film sehenswert.

    CREEPSHOW 3 habe ich wegen schlechter Kritiken gar nicht erst angepackt.

    Gruss Ralf

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  4. Da stimme ich voll und ganz zu, "Jordie Verrill" ist furchtbar (Stephen Kings Darstellung ist peinlich), die überspringe ich bei der (US-)-DVD immer. "The Crate" und besonders "They're Creeping Up on You" sind fantastisch.
    CREEPSHOW 2 finde ich tatsächlich ganz gut, ich mag auch die "The Raft"-Episode (sexy!), wobei die dazugehörige Kurzgeschichte wirklich genial ist.

    CREEPSHOW 3 habe ich auch nicht gesehen.

    Gruß von Mathias

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