Mittwoch, 17. Februar 2010

Kann das Liebe sein? (2007)

Lucas (Vinvcent Lindon) ist ein schwer reicher, leicht neurotischer Geschäftsmann und Mäzen, Elsa (Sandrine Bonnaire) eine unkonventionelle Künstlerin, die für seine Eingangshalle ein Keramik-Fresko herstellt. Lucas verliebt sich spontan, doch weil er bereits einmal schwer hintergangen wurde, schickt er seinen Privatdetektiv (Francois Berléand) los, um mögliche Fehler an Elsa aufzuspüren. Das kann nicht gut gehen...

Und geht es auch nicht, in der französischen Liebeskomödie KANN DAS LIEBE SEIN? von 2007, die - mit leichter Hand und sehr charmant inszeniert - eine Geschichte erzählt, wie sie im Kino schon unzählige Male vorgekommen ist. Es geht um das Wagnis Liebe, auf das man sich blind einlassen muss, über die Unfähigkeit, zueinander zu finden und die Hindernisse des Alltags. Hier zeigt sich die eigentliche Stärke der Komödie, denn Regisseur Pierre Jolivet verankert die Romanze in der Realität statt einer Märchenwelt. Eine klemmende Tür, eine Katzenallergie, das ewig klingelnde Handy, überraschender Besuch, all das hält unser Liebespaar davon ab, endlich zueinander zu finden.

Seinen überwiegend leisen Humor bezieht der Film größtenteils aus den skurrilen Charakteren und den verzweifelten Versuchen Lindons, Elsa nicht merken zu lassen, dass sie überwacht wird. Letztlich ist es Sandrine Bonnaire, die durch ihre umwerfende Frische, Lebendigkeit und Attraktivität der etwas angestaubten Geschichte die typisch französische Eleganz und Leichtigkeit verleiht. Sie ist nicht nur eine fabelhafte Schauspielerin, sondern auch die perfekte Mischung aus Filmstar und sympathischer Frau von nebenan (ich wünschte, ich hätte eine Bonnaire nebenan, meine Nachbarin kann da leider gar nicht konkurrieren, aber das ist eine andere Geschichte...).
Vincent Lindon spielt den männlichen Part sehr amüsant und liebenswert, trotz seiner vom Drehbuch verlangten, unmöglichen Verhaltensweisen. Wenn man etwas kritisieren wollte, dann vielleicht, dass der Film doch ein wenig zu vorhersehbar auf sein Ende zusteuert. Natürlich findet Elsa heraus, dass sie überwacht wird, natürlich kommt es zum Zerwürfnis, und wie üblich sind es die Nebenfiguren, die unser Liebespaar auf den rechten Weg bringen müssen. Hier beschreitet der Film sehr bekannte amerikanische Pfade. Und doch hat er den Esprit und die Nüchternheit, welche eben französische Filme von den US-Vorbildern unterscheiden.
KANN DAS LIEBE SEIN? wird niemals kitschig oder rührselig, sondern hält die federleichte Balance. Für romantische, größtenteils klischeefreie Unterhaltung zwischendurch ist er die richtige Wahl.

08/10

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